Großenhain

Birgit Ulbricht, Lokalchefin Großenhain

Birgit Ulbricht, Lokalchefin Großenhain

Sie ist hier die Chefin

Ich habe Biologie und Philosophie an der Berliner Humboldt-Uni studiert und tatsächlich über Evolutionstheorien und Entwicklungsdenken mein Diplom geschrieben. Oma meinte, aller Unfug dieser Welt wiederholt sich nur auf höherem Niveau – und damit hatte sie irgendwie auch recht. Es folgte eine einjährige Ausbildung zum Fachzeitschriftenredakteur – bei der Tageszeitung zu arbeiten konnte ich mir damals nicht vorstellen – zu schnelllebig, zu oberflächlich.

Dass es eine Herausforderung ist, eine Momentaufnahme mitten aus dem Leben in wenige, aber zutreffende Worte zu fassen – das habe ich erst später begriffen bei meinem zweijährigen Volontariat bei der SZ. 1995 kam ich nach Großenhain. Da bin ich geblieben, weil die kleinen Orte einfach ihren Charme haben und ich auf tägliches Stadtgewühl keine Lust mehr hatte.

Große Geschichten kann man nur in der Großstadt machen? Unsinn. Sie laufen einem jeden Tag über den Weg. Es ist unglaublich, was manche Menschen erlebt haben, was sie können und womit sie sich beschäftigen. Da ist man selbst nach Jahren noch manchmal überrascht. Die Menschen haben mich immer am meisten interessiert, ihre Lebensgeschichten. Weniger die Skandale oder irgendein Streit, der sowieso bald wieder vergessen ist. Ich möchte überrascht sein können, Neues entdecken und hoffentlich Spannendes aufschreiben. Mit Menschen in unterschiedlichsten Berufen, Lebenslagen und mit ganz verschiedenen Ansichten zu tun zu haben, weitet dabei ungemein den Blick.

Die SZ-Redaktion in Großenhain

Die SZ-Redaktion in Großenhain

Das ist Großenhainer Mannschaft

Alles was im Großenhainer Land, von Zabeltitz bis Ortrand, Radeburg bis Priestewitz passiert oder passieren sollte, bewegt uns. Was der Leser sich fragt, was ihn umtreibt, sollte er in unserem Blatt wiederfinden. Das Redaktionsbüro befindet sich in Großenhain auf der Meißner Straße 13. Dort sitzen wir – das sind Birgit Ulbricht (v. Red.), Catharina Karlshaus, Kathrin-Krüger-Mlaouhia sowie Pia Polster und Patricia Woldmann im Sekretariat und unser Fotograf Klaus-Dieter Brühl.

Ab um acht klingeln im Sekretariat die Telefone, kommen die ersten Anfragen, Terminwünsche oder Kritiken ins Haus. Die Termine für Arztbereitschaften, Mülltouren oder Kinofilme müssen abgeglichen und aufbereitet werden und natürlich Konzerte, Ausstellungen, Führungen oder Wochenendausflüge. So entsteht eine Auswahl, die jeden Tag aktuell auf der Service-Seite veröffentlicht wird. Darüber hinaus werden Tickets verlost und Leserbriefe entgegengenommen.

So sieht ein typischer Tag in Großenhain aus:

Tageszeitungstage sind fast immer lange Redakteurstage. Denn Ortschaftsrats-, Gemeinderats-, Stadtrats- und Kreistagssitzungen, Einwohnerversammlungen, Konzerte oder Lesungen finden nun mal abends statt. Hinzu kommen die zahlreichen Veranstaltungen von Vereinen, Initiativgruppen und natürlich verschiedene Feste am Wochenende. Überall zu sein ist nicht möglich, aber die Zeitung muss immer dort sein, wo ihre Leser sind. Denn auch in modernen Zeiten von Telefon und Email –  das Gespräch übern Gartenzaun, der Wortwechsel im Gemeinderat oder das Gespräch unter vier Augen sind durch nichts zu ersetzen. Sie machen die Artikel erst wirklich lebendig.

Offizielle Pressetermine gibt es wenige in und um Großenhain. Das ist der Fluch und der Segen kleiner Redaktionen zugleich. Einerseits, weil auf den ersten Blick dadurch schnell die Themen ausgehen. Andererseits liegt darin die Chance, ständig selbst nach interessanten Geschichten zu suchen. Der Lokalredakteur muss seine Menschen im Verbreitungsgebiet kennen, wissen, wer was macht, über welchen Sachverhalt gerade heiß diskutiert wird und welche Entscheidungen anstehen. Ein Themenplan, jede Woche neu erarbeitet, kann nur ein Gerüst sein, das immer wieder auf den Prüfstein der täglichen Neuigkeiten gestellt werden muss. Viel Zeit zu recherchieren bleibt fast nie, doch egal, ob Meldungen oder großer Text – gegen 19 Uhr muss alles auf den Seiten stehen. Dann wird an Überschriften gefeilt, über Vorspänne nachgedacht. Sind sie spannend, ziehen sie den Leser in den Text hinein? Ein Spätdienst schickt die Seiten dann abends direkt auf den Hauptrechner der Druckerei am Heller in Dresden.

Gedruckt wird die Großenhainer Ausgabe gegen 2 Uhr nachts und damit als eine der letzten Ausgaben im Verbreitungsgebiet, weil die Lieferwege kurz sind. Bei Kommunalwahlen, Fußballweltmeisterschaften oder Bränden ist deshalb erst nach Mitternacht deadline, das heißt Redaktionsschluss. Bis dahin hat die Redaktion Zeit, Texte auszutauschen oder zu ändern, aktuelle Ergebnisse zu vermelden.

Aufreger aus der Region

Auch das Gebiet, in dem sie seit vielen Jahren tätig sind, hält für die Redakteure oft noch Überraschungen, ja, geradezu unvergessliche Momente, bereit: Da war die Fassungslosigkeit, mit der die Großenhainer Redakteure das Ausmaß des Tornados im Mai 2010 oft mit als vor Ort gesehen haben. Die Tränen der Freude, über die Spendenbereitschaft für die Therapie eines schwer kranken Mädchens, welches danach sogar auf eigenen Beinen stehen konnte. Und das Erstaunen darüber, wer doch im näheren Umfeld eigentlich seit Jahrzehnten im Verborgenen beheimatet ist – Ulrike Hahn beispielsweise, Schwiegertochter des ehemaligen sächsischen Landesbischofs. Menschen, die Geschichten zu erzählen haben. So wie Ellen Ludwig, eine Nachfahrin von Preusker, die die SZ-Lokalredaktion in Hamburg aufspürte. Was uns im Moment umtreibt? Der Wolf. Seit es die erste Schafsrisse gab, reden wir mit Tierhaltern, Naturschützern, Jägern und Bürgern über den Neuankömmling. Emotionen, Fakten, Kontroversen spiegeln sich in unserem Blatt wider. Ausgang ungewiss – auch für uns.

Das ist typisch für die Großenhainer:

Sie sind bodenständig; im besten Sinne konservativ und geerdet; sehr interessiert, aber meist zurückhaltend, Schwätzer erkennen sie schnell, dafür haben sie wenig übrig.

So erreichst du die Großenhainer Redaktion:

Du willst ein Praktikum in der Redaktion in Großenhain machen, als freier Mitarbeiter schreiben oder du hast einfach nur eine Frage? Dann schreib’ der Redaktion einfach eine Mail oder ruf an:

Telefon: (03522) 369 5310
Mail: sz.grossenhain@dd-v.de

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  1. […] Großenhain […]

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