Kamenz

Frank Oehl, Lokalchef Kamenz

Er ist hier der Chef

Ich bin Journalist geworden, weil ich kein Lehrer geworden bin. Das waren die beiden Alternativen meines beruflichen Werdeganges. Letztlich siegte mein Interesse am Sport und am Sportjournalismus. Erst während des Journalistik-Studiums wurde ich breiter aufgestellt, worüber ich heute heilfroh bin.

Zur SZ gekommen bin ich auf Umwegen. Zwar habe ich bereits in der SZ-Jugendredaktion mitgearbeitet, machte das Volontariat dann aber beim verbündeten  Verlag „Zeit im Bild“ in Dresden. Während des Studiums wurde ich nach Cottbus zur Lausitzer Rundschau umgelenkt, weil es dort mehr Bedarf an jungen Leuten gab. Erst 1996 kehrte ich zur SZ zurück – und zwar zum Hoyerswerdaer Tageblatt. 2001 wechselte ich nach Kamenz. Nun bin ich also schon mehr als 15 Jahre dabei. Wie die Zeit vergeht…

Meine beste Story? Vor zehn Jahren war ich neu in Kamenz. Da habe ich gleich mal ordentlich reinhalten dürfen in Sachen „Vorteilsname im Amt“. Ein Bürgermeister hatte sich am Stadtrat vorbei ein bisschen zu sehr um die Versicherungsgeschäfte der Ehefrau gekümmert. Das war im Wahlkampf mächtig hochgekocht. Am Ende wurde er -  trotz Verwarnung durch die Rechtsaufsicht – dennoch mit großer Mehrheit gewählt und ist heute noch im Amt. Außer Spesen nichts gewesen? Wer weiß. Eine abschreckende Wirkung hatte die Story in jedem Fall gehabt, und das hilft ja manchmal auch schon …

Die SZ-Redaktion in Kamenz

Die SZ-Redaktion in Kamenz

Das ist die SZ-Mannschaft in Kamenz

Wir sind nicht mehr die Jüngsten, aber wir fühlen uns so. Und darauf kommt es ja auch ein bisschen an, oder? Redaktionsleiter ist Frank Oehl aus Kamenz, sein Stellvertreter Reiner Hanke aus Radeberg. Als Redakteurin arbeitet Manuela Reuß aus Leppersdorf, freie Mitarbeiter mit Vertrag sind Constanze Knappe aus Bautzen, Annett Kschieschan aus Bischofswerda und Carolin Barth aus Dresden. Ganz schön verteilt die Truppe! Aber das hat durchaus Vorteile, schließlich fließen die lokalen Erfahrungen aus mehreren Ecken mit ein. Gut, dass man vergleichen kann! Unser Team vervollständigen unsere freien Fotografen Matthias Schumann und René Plaul aus Dresden sowie Sekretärin Gisela Schönfeld aus Kamenz. Eine Jahr Babypause hat derzeit Ina Förster eingelegt, die in Kamenz wohnt.

So sieht ein typischer Tag bei der SZ in Kamenz aus:

Unser Arbeitstag beginnt immer schon am Vorabend. Da planen wir die übernächste Ausgabe, damit es am darauffolgenden Tag gleich los gehen kann mit der Recherche. Nicht nur die manchmal rar gesäten Plätze im Blatt sind umkämpft, auch die Ideen und ihre Umsetzung. Wie soll das gehen? Unser Motto: Lieber vorher einmal mehr nachdenken, als am Ziel vorbeischießen, weil man es gar nicht ausgemacht hat. Wir layoutieren unsere Seiten nur als Skizze vor, die in einem Produktionspool in Bautzen dann weiter ausgefeilt werden. Natürlich ist die inhaltliche Hoheit ganz bei uns, und wenn das Gespräch mit dem OB brisant genug ist, wird es im Laufe des Nachmittags auch mal fünf- statt vierspaltig. Am späten Nachmittag gehen wir die Ausgabe von morgen, die weitgehend fertig sein sollte, noch mal durch – vor allem die Überschriften und Vorspänne. Die müssen sitzen, weil sie für die Leserquote mitentscheidend sind. Danach planen wir die übernächste Ausgabe… aber das hatten wir ja schon. Eines steht auch bei uns fest: Der Letzte macht das Licht aus – so gegen 19 Uhr. Wenn nicht noch der Stadtrat tagt oder gerade OB-Wahl ist. Dann geht es schon mal bis Mitternacht.

Aufreger aus der Region:

Wir berichten über alles, was uns und die Leser interessiert. Der Aufreger gibt es viele – zum Beispiel die Kreis- oder Gemeindefusionen, die scheinbar nie enden wollen in Sachsen. Da fliegen schon mal die Fetzen, wenn es nicht um eine Liebeshochzeit, sondern eher um  die kleinen Klauseln eines Ehevertrages geht. Und was wird mit der Polizeipräsenz vor Ort, wenn die Reviere weiter ausgedünnt und die Posten ganz abgeschafft werden? Ein Aufreger in Kamenz war zuletzt der neue Standort für das Asylbewerberheim. Und der künftige Standort des zentralen Gymnasiums der Lessingstadt wird der Aufreger von morgen sein. Garantiert. Bislang gibt es nämlich zwei Häuser, die noch vor zehn Jahren gegeneinander konkurrierten. Und da wächst nur sehr mühsam zusammen, was eigentlich längst zusammen gehört.

Das ist typisch für Region:

Unser Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Oßling (bei Wittichenau) in südliche Richtung bis hinter die A4 ins Rödertal (bei Dresden) und von Schwepnitz mit Ortsteilen in östliche Richtung bis Crostwitz im Sorbenland. Wir bedienen mit Kamenz, Pulsnitz, Großröhrsdorf, Königsbrück und Elstra fünf Städte (mit Ortsteilen) und 15 Gemeinden (ganz unterschiedlicher Größe) in deren Umfeld. Die Ausgabe ist ländlich geprägt, nur die frühere Kreisstadt Kamenz hat den Charakter eines Mittelzentrums. Wir arbeiten mit drei sublokalen Seiten ( „Kamenz und Königsbrück“, „Pulsnitz und Rödertal“ sowie „Von Elstra bis Oßling“), für die es extra  verantwortliche Mitarbeiter gibt.

Apropos Sorbenland. Fünf unserer Gemeinden liegen im Siedlungsgebiet der slawischen Minderheit. Das ist eine absolute Besonderheit, die viel Einfühlungsvermögen und auch etwas Sprachkenntnis voraussetzt. Kultur und Sprache der Sorben sind stark gefährdet, umso wichtiger ist uns allen  das gedeihliche Miteinander.

Typisch für die Region ist die Vielfalt der Landschaft. Das reicht von der Teich-Ebene im Norden hin zu den „Skigebieten“ von Elstra und Steina. Dort gibt es übrigens die nördlichsten Skilifte Sachsens. Die Topografie eignet sich aber auch für andere Sportarten, wie Triathlon. Offenbar sind wir deshalb auch eine Hochburg in diesem Ausdauersport in Ostsachsen geworden. Besonders schön ist das Forstfest in Kamenz in der Bartholomäuswoche im August. Wer den Auszug der weißgekleideten, blumengeschmückten Mädchen und Jungen durch die Stadt nur einmal mit wachen Augen und offenem Herz erlebt hat, wird sich gleich irgendwie heimisch fühlen. Die Kamenzer feiern auch sonst sehr gern. Nicht nur sich selbst, wie sie gerade erst beim 20. Tag der Sachsen bewiesen haben. Und Journalisten feiern sowieso gern mit…

So ticken die Westlausitzer:

Die Westlausitzer zeichnen sich durch eine starke Verbundenheit mit ihrer Scholle, ihrer Familie aus. Sie wird durch die schwierige Arbeitsmarktlage ausgehöhlt. Viele junge Leute haben die Heimat verlassen, nur wenige kehren später zurück. Sie stellen wir besonders gern vor – auch als künftige Leserschaft, versteht sich. Die Westlausitzer sind gerade heraus, das merken wir zum Beispiel am SZ-Lesertelefon, das bereits seit fast acht Jahren klingelt und klingelt und klingelt. Eigentlich nur dienstags von 10 bis 12 Uhr, aber das kann man vergessen. Der Griff zum Hörer gefällt uns natürlich. Noch mehr freuen würden wir uns über „Augenzeugen“-Geschichten der Leser. Sie noch mehr zu provozieren – dies ist eine lohnenswerte Aufgabe auch und gerade für junge Redakteure.

So erreichst du die Kamenzer Redaktion:

Du willst ein Praktikum in der Redaktion in Kamenz machen, als freier Mitarbeiter schreiben oder du hast einfach nur eine Frage? Dann schreib’ der Redaktion einfach eine Mail oder ruf an:

Telefon: (03578) 3447 5410
Mail: sz.kamenz@dd-v.de

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