
Gabriele Nass, Lokalchefin Bischofswerda
Sie ist hier die Chefin
Ich bin Journalist geworden, weil ich mit 18 gar nicht darüber nachgedacht habe, was ich mit einem Super-Abi noch hätte werden können. Volontariat bei der SZ, Studienplatz im Fach Journalismus – auf dem Weg zum Beruf klappte einfach alles.
Zur SZ gekommen bin ich so: Ich war als Schülerin jahrelang Leistungssportler – bis nichts mehr ging, weil die Knochen den Dienst versagten. Ich wollte aber dabei bleiben. Ich hätte sonst die Leute vermisst. Mein Trainer kam auf die Idee, dass ich ihm Arbeit abnehme und künftig die Berichte über unsere sportlichen Erfolge für die Sächsische Zeitung schreibe. Klasse, das hab ich gemacht! Und gemerkt, dass mir das Schreiben liegt. So kam ich als Schülerin auch zur Jugendredaktion und später zum Volontariat bei der Sächsischen Zeitung.
Das mag ich an meinem Job: Er ist wie ich, glaube ich – nie langweilig. Ich kann keine Langeweile und keine Menschen um mich herum haben, die am liebsten nichts tun. Ich bin schon immer interessiert an Neuem und möchte nicht mit den Jahren immer älter aussehen. Mein Beruf hält mich fit. Die Zeitung gibt es zwar auch von Jahr zu Jahr länger. Man sieht es ihr aber nicht an. Dafür arbeiten wir, und es macht mir Spaß, die Herausforderungen anzunehmen, vor denen wir Journalisten dabei stehen. Mein Job verschafft mir Begegnungen mit Menschen und Ereignissen, die ich nicht missen möchte. Und die das Kräftezehrende allemal wettmachen.
Das gefällt mir an meiner Region: Als Jugendliche dachte ich, das Bischofswerdaer Land ist langweilig. Ich wollte weg. Das war ich dann auch ein paar Jahre. Mit Familie habe ich mich aber hier wieder sesshaft gemacht. Ich schätze die kurzen Wege in meiner Stadt zu allem, was ich fürs tägliche Leben brauche. Ich habe hier meine Freunde und mehr Angebote für die Freizeit als ich Zeit habe, sie zu nutzen. Beim Fußball und Handball bin ich am liebsten, aber auch viel zu selten. Dabei spielen wir für Bischofswerdaer Verhältnisse ziemlich hochklassig.
Das war meine beste Story: Es gibt keine beste Story. Ich sag es mal so – am liebsten schreibe ich über Menschen, mit deren Lebensfreude, Optimismus und Ideen ich andere motivieren kann.

Das ist die SZ-Mannschaft in Bischofswerda
Wir sind nicht viele – und trotzdem eine Macht, ganz nach dem Motto: Weniger kann auch mehr sein. Alterspräsident ist bei uns Ingolf Reinsch mit 51 Jahren, ein studierter Journalist. Er ist Wahl-Bischofswerdaer, kommt eigentlich aus Bautzen, hat sich aber vor ein paar Jahren in Bischofswerda ein Haus gekauft. Sebastian Martin ist in Weißwasser aufgewachsen. Nun wohnt er in Dresden. Er hat Kommunikation studiert und gleich nach dem Studium bei der SZ angefangen. In unserem festen Team ist er mit 32 der Youngster. Gabriele Naß, 48, studierte Journalistin, ist die Redaktionsleiterin – geboren, aufgewachsen und mit Familie zu Hause in Bischofswerda. Zum Team gehören außerdem Julia Förster, Maria Kunath und Johanna Siol von JuSZ, alles Schülerinnen am Goethe-Gymnasium Bischofswerda. Die drei haben wie viele andere in der 9. Klasse ein Praktikum bei uns gemacht – und sind dabei geblieben. Jetzt schreiben sie regelmäßig in unserer Zeitung – und werden immer besser.