Bautzen

 

Ulli Schönbach, Lokalchef Bautzen

Ulli Schönbach, Lokalchef Bautzen

Er ist hier der Chef

Journalist geworden bin ich aus Neugier. Und dabei geblieben, weil dieser Beruf ein Privileg ist. Wir treffen täglich besondere Menschen. Wir dürfen hinter Türen schauen, die sonst verschlossen bleiben. Und immer, wenn uns etwas auffällt, dürfen wir fragen: Warum ist das eigentlich so?

In den Beruf gestartet bin ich auf klassischem Wege: über ein Praktikum nach dem Abitur. Aus sechs Wochen wurde ein Jahr. Nach dem Jahr folgte das Studium in Leipzig – Journalistik und Geschichte. Neben dem Studium habe ich für Tageszeitungen, Radiosender und die Nachrichtenagentur dpa gearbeitet. Für den Printjournalismus habe ich mich entschieden, weil man sich hier so gründlich wie nirgends sonst mit einem Thema auseinandersetzen kann.

Bei der SZ bin ich in wechselnden Rollen seit 1993: erst Mehrfach-Praktikant im Lokalen und im Politik-Ressort, dann Volontär, seit 2001 als Redakteur in Bautzen und dort seit 2004 Leiter der Lokalredaktion.

Die wichtigste Frage für mich lautet seither: Wer bin ich und wenn ja, wie viele? Wo ich als Redakteur vor allem recherchiert und geschrieben habe, stehen heute viele Aufgaben gleichberechtigt nebeneinander: mit Kollegen an ihren Themen arbeiten, Texte redigieren, Seiten planen, Termine gewichten und dafür sorgen, dass nicht alle Redakteure zugleich Urlaub haben. Dabei immer auf dem Sprung sein, um auf aktuelle Nachrichten zu reagieren. Das ist oft anstrengend, das ist aber auch spannend. Und vor allem macht es Spaß, gemeinsam mit den Kollegen nach dem richtigen Dreh, der besten Überschrift oder dem besten Layout zu suchen. Und nichts geht über das Gefühl, morgens die Zeitung in der Hand zu halten und zu sehen: Es hat sich gelohnt.

Die SZ-Redaktion in Bautzen

Die SZ-Redaktion in Bautzen

Das ist die Bautzner Mannschaft

Wenn sich die Bautzener Redaktion zur Konferenz trifft, wird es häufig eng im Raum: 13 Mitarbeiter gehören zur festen Mannschaft. Hinzu kommen freie Autoren, der Sportreporter und regelmäßig Praktikanten und Volontäre. Damit gehört Bautzen zu den größten Lokalredaktionen der SZ. Aus gutem Grund: Das Verbreitungsgebiet der Ausgabe ist beachtlich. 20 Städte und Gemeinden werden von Bautzen aus betreut. Von Königswartha, dem nördlichsten Ort, nach Sohland im Süden fährt man mit dem Auto eine Stunde. Täglich lautet daher die Herausforderung, die richtige Mischung zu finden; in allen Orten gleichermaßen nah an den Menschen dran zu sein; Geschichten so zu erzählen, dass sie für alle Leser spannend sind. Dafür braucht man journalistisches Gespür und Erfahrung. Dafür muss man sich aber auch die Neugier und den Spaß am Beruf bewahren. Durchblick und gute Nerven sind überdies am regionalen Newsdesk gefragt. Er ist ebenfalls in Bautzen angesiedelt und betreut die Produktion der Lokalteile Bautzen, Bischofswerda, Kamenz und Radeberg. Im Schichtsystem sorgen drei Kollegen dafür, dass jeder Artikel und jedes Foto an der richtigen Stelle steht und zwischen 24 und 32 Zeitungseiten pünktlich an die Druckerei geliefert werden. Bisher hat’s immer geklappt.

Das ist typisch für die Region:

Wer aus Bautzen kommt, gibt gerne seinen Senf dazu. Schließlich ist der „Mittelscharfe“ mit dem blauen Deckel der bekannteste Botschafter der Stadt. Klar, dass man als Journalist häufig darauf angesprochen wird. Ebenso wie auf Bautzen II, das berüchtigte Gefängnis der Staatssicherheit, das sich bis 1989 mitten in der Stadt befand. Doch Bautzen ist mehr als Senf und Stasi. Um das zu erfahren, genügt es, ein paar Schritte durch die Altstadt zu gehen. „Warum steht denn hier alles in Deutsch und Polnisch“, wollen die Besucher dann oft wissen. Denn Polen liegt nur eine halbe Autostunde entfernt. Aber was da steht, ist Sorbisch, die Sprache einer slawischen Minderheit. Sie ist seit Jahrhunderten zwischen Bautzen und dem Spreewald zuhause und hat ihre eigene Kultur bewahrt. Diese Vielfalt ist typisch für die Oberlausitz. Das zeigt der Blick ins Bautzener Umland. Im Süden beginnt das quirlige Bergland mit seinen Umgebindehäusern und dem typischen rollenden Dialekt. Im Norden erstreckt sich beschaulich das Heide- und Teichland, wo Kraniche, Seeadler und sogar Wölfe heimisch sind. Wer als Journalist in Bautzen arbeitet, kann deshalb zu vielem seinen Senf dazugeben – nicht nur, wenn es um den berühmten „Mittelscharfen“ geht.

So erreichst du die Redaktion in Bautzen:

Du willst ein Praktikum in der Bautzner Redaktion machen, als freier Mitarbeiter schreiben oder du hast einfach nur eine Frage? Dann schreib’ der Redaktion einfach eine Mail oder ruf an:

Telefon: (03591) 4950 5013
Mail: sz.bautzen@dd-v.de

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