Traumberuf Lokaljournalist

Seinen Traumjob als Lokalredakteur würde Frank Spiegel “ums Verrecken” nicht eintauschen wollen. Warum? Wegen der “unglaublichen Nähe zum Leser”. Schreiben, Fotos schießen, Seiten bauen und gelegentlich auch noch Videos machen. Videoreporter Roman Mischel hat den leidenschaftlichen Lokaljournalisten vom Westfalen-Blatt in Höxter bei seiner Arbeit begleitet.

Der Lokalredakteur: Frank Spiegel, Westfalen-Blatt (ABZV Videoreporter Folge #8) from ABZV on Vimeo.

Schüler machen Zeitung

Die SZ lädt auch in diesem Jahr wieder Schüler ein, eine Ausgabe der Sächsischen Zeitung selbst zu gestalten. Das diesjährige Thema lautet: „Muss das sein?“ 14- bis 18-Jährige können sich bewerben.

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Fotografieren, interviewen, Reportagen schreiben, layouten – kurzum: Zeitung machen wie die Profis. Die Schüler-SZ macht’s möglich. Wer schon immer einmal wissen wollte, wie spannend es ist, Zeitung zu machen, kann sich jetzt bewerben.

Wie läuft das Projekt Schüler-SZ genau ab?

Die Schüler-SZ ist eine Ausgabe der Sächsischen Zeitung, die von Schülern gestaltet wird, sowohl in den Lokalteilen, als auch in den Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur. Unter der Anleitung von Redakteuren werden die Schüler recherchieren und schreiben. Am Sonnabend, 28. Juni, landet die Schüler-SZ in den Briefkästen der Leser.

Um welche Themen geht es in diesem Jahr?

Wir wollen Themen aufgreifen, die 14- bis 18-Jährige bewegen. Das Motto heißt „Muss das sein?“ Die Artikel sollen sich darum drehen, ob alles so bleiben muss, wie es ist. Wir suchen eure Ideen zu den Kategorien: „Das muss sein!“, „Das muss doch nicht sein!“ und „Das muss sich ändern!“ Egal, ob es der Stadtpark, das Wahlrecht, der Jugendklub, der Klimaschutz oder die Raucherecke in der Schule ist.

Wer kann bei der Schüler-SZ mitmachen?

Das Projekt richtet sich an Schüler der achten bis zwölften Klassen an Mittelschulen und Gymnasien. Wer sich für das tagesaktuelle Geschehen interessiert, gerne und gut schreibt, Fragen stellt und neugierig auf die Welt schaut, ist bei der Schüler-SZ genau richtig. Außerdem suchen wir talentierte Fotografen. Auch wer auf diesem Gebiet schon Erfahrungen gesammelt hat, sollte sich jetzt bewerben.

Wie können sich Schüler für das Projekt bewerben?

Schreibe bis zum 7. März eine E-Mail an schueler-sz@dd-v.de, in der du dich kurz vorstellst (Name, Adresse, Telefonnummer, Interessen), uns sagst, warum du an dem Projekt teilnehmen willst – und in welcher Redaktion du am liebsten mitarbeiten würdest. Die erfolgreichen Kandidaten bekommen kurz darauf eine Einladung.

Wie viel Zeit müssen die Schüler dafür einplanen?

Die Treffen von Schülern mit den Projektredakteuren finden von Anfang bis Mitte April in den Redaktionen in Bautzen, Döbeln, Dresden, Görlitz, Meißen und Pirna statt. Hier werden erste Ideen für Artikel entwickelt, in den Tagen danach entsteht ein Redaktionsplan. Zwischen April und dem Erscheinungstermin im Juni finden etwa zwei Treffen pro Monat statt. Am Tag vor dem Erscheinungstermin der Schüler-SZ, also am 27. Juni, werden alle beteiligten Schüler in den Redaktionen sein und an der Redaktionskonferenz teilnehmen.

Um welche Redaktionen der Sächsischen Zeitung geht es?

Wir suchen talentierte Schüler für alle 20 Lokalredaktionen der Sächsischen Zeitung. Lokaljournalisten sind nah dran am Puls der Zeit und am Alltag der Menschen. Wer in Dresden und Umgebung wohnt, kann sich auch für eine der zentralen Redaktionen bewerben. Wer mal einen Minister mit Fragen löchern will, sollte das Politikressort als Wunsch angeben. Wer gern ins Theater geht oder über Kunst diskutiert, soll auch in der Kultur darüber schreiben dürfen. Wer verrückt nach Fußball ist, ist im Sport gut aufgehoben. (SZ/sca/aho)

Rezension – Wer braucht so was?

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SZ-Theaterrezensentin
Johanna Lemke

Foto: Scholz/Veltzke/Müller

Gebrauchsanleitung und Plädoyer von SZ-Theaterrezensentin Johanna Lemke

Rezensionen braucht kein Mensch. Denn sie beschreiben unnötigen Luxus: Kultur. Das ist ja ganz nett, denken viele, aber man könnte auch drauf verzichten. Außerdem stehen Rezensionen immer unter dem Verdacht, selten gelesen zu werden. Mein Ansatz ist es, so zu schreiben, dass die Rezension auch von denen gelesen wird, die sich gar nicht für Theater interessieren. Und das Tolle an Theater ist ja, dass es von interessanten Dingen erzählt. Von Menschen, der Gesellschaft, von der Welt. Wenn man es schafft, genau diese Aspekte herauszuarbeiten, sollte es doch nicht so schwer sein. Wie schreibe ich also eine Rezension? Dieser Fahrplan gilt im übrigen genauso für quasi alle Rezensionen – also auch für die Kinokritik, die Kunstkritik, die Rezension einer Oper oder eines Popkonzertes.

Das Beobachten
Eigentlich ist Rezensieren nicht anders, als eine Reportage zu schreiben. Denn die Grundvoraussetzung ist das Beobachten. Ich sitze im Theater nie ohne Zettel und Stift. Ganz alte Hasen kriegen es vielleicht auch ohne Block hin, aber ich unterstelle mal, dass denen auch mal was durch die Lappen geht. Oft gucke ich hinterher gar nicht auf meine Aufzeichnungen – aber es ist wie in der Schule oder im Hörsaal: Wenn man mitschreibt, passt man besser auf.

Von meinem Sessel aus achte ich dann auf alles. Wirklich auf alles. Das Bühnenbild, das Licht, die Schauspieler. Die Sprache (laut, leise, nuschelnd), die Gesten (fahrig, übertrieben, unsicher), die Geschwindigkeit, die Stimmung im Saal, Zuschauerreaktionen… Dafür muss man schon wissen, was man da guckt. Erfahrung schult. Man sollte so oft wie möglich ins Theater gehen. Egal in welches, egal was.

Ich lache und weine im Theater, ich ärgere mich und bin angetan. Aber im nächsten Moment frage ich: Was hat das in mir ausgelöst? Welche Technik hat dazu geführt? Ich behalte immer eine gewisse Distanz. Darum stehe ich auch nicht ewig auf der Premierenparty herum und gehe Gesprächen mit Kollegen in der Pause oder hinterher meist aus dem Weg.

Es schadet übrigens nicht, sich abends noch kurz hinzusetzen und die ersten Eindrücke runterzuschreiben. Die Form kommt dann am nächsten Tag, aber das erste Gefühl ist meist viel Wert. Manche Bilder verschwinden über Nacht aus dem Kopf, es wäre schade um sie.

Das Schreiben
1) Eine Rezension muss Momentaufnahmen beschreiben, erst mal ohne Wertung. Wie ein Spot auf einzelne Szenen. Das ist die Grundlage von allem. Nicht jede Beschreibung ist eine Rezension – aber eine Rezension ist ohne Beschreibung nichts.

2) Ich frage mich dann, was hat mich beeindruckt? Was steht für das Gesamtprodukt? Was fällt auf? Was liegt auf der Hand? Was markiert Wendepunkte? Ich fokussiere die Momentaufnahmen.

3) Man muss nicht Theaterwissenschaft studiert haben, um Theaterrezensionen schreiben zu können. Aber man sollte das Werk einordnen können: In seine Epoche. In die derzeitige gesellschaftliche Situation. In die Ausrichtung des Theaters (gibt’s hier immer nur seichte Komödien? Ist das hier eine Ausnahme?). In den kulturellen oder gesellschaftlichen Kontext. Dafür muss man sich gut informiert haben. Ich stehe nicht sehr darauf, zu viel mit Hintergrundwissen zu protzen – aber man muss es trotzdem haben.

4) Wie interessiere ich dann die Leser für meinen Text? Die meisten Regisseure suchen nach aktuellen Bezügen, sie zeigen etwas Generelles auf oder machen aufmerksam auf eine gesellschaftliche Situation. Die gilt es herauszuarbeiten: „An XY lässt sich ablesen, dass…“ Dann verdichten sich komplexe Vorgänge. Das hilft übrigens auch, um sich selbst einen Rahmen zu bauen. Allerdings kann man sich im Interpretieren auch verlieren. Wer immer aufs Große und Ganze abzielt, hat möglicherweise den Gegenstand nicht mehr in den Augen.

5) Für viele ist die Wertung der Grund, eine Rezension zu lesen. Sie wollen wissen, ob es sich lohnt, hinzugehen. Und: Menschen lesen gern, wenn etwas scheitert – der Verriss ist die beliebteste Wertung. Beim Werten ist mein Leitfaden: Was hat der Künstler beabsichtigt? Hat er es im Rahmen seiner Mittel erreicht? Von einem hoch-subventionierten Theater erwarte ich mehr als von einer kleinen Laienbühne. Aber auch eine Laienbühne sollte keinen Mist verzapfen.

Das Konzept
Auch eine Rezension schreibt sich nicht von allein. Auch eine Rezension braucht ein Konzept. Ich versuche, relativ früh eine These zu finden und auf diese immer wieder zurückzukommen. Dann gelingt es auch leichter, Unwichtiges rauszukürzen. Ich weiß immer vorher: Wo will ich am Ende hin. Was gern vergessen wird: Was fand wo statt und wer hat es verzapft? Das muss immer relativ früh gesagt werden.

Die Sprache
Theaterrezensionen versuchen leider viel zu oft, einen bildungsbürgerlichen Duktus nachzuahmen. Besser ist es, in seiner eigenen Sprache zu bleiben, heutig zu schreiben und verständlich. Und wichtig: Konkret schreiben, bildlich schreiben, starke Verben. Wörter wie „berührend“ oder „beeindruckend“ nur sparsam verwenden und lieber Verben finden, die diese Stimmung vermitteln. Besonders wichtig, wie bei jedem Text, ist der Einstieg. No-Go: „Am soundsovielten fand dieunddie Premiere statt…“ Da steigt jeder Leser gleich aus.

Wenn Texte leuchten – Die Beschreibung
Eine Rezension ist eigentlich nicht anders als andere Texte – aber sie darf gern ein bisschen schöner klingen als ein Rathausbericht. Darum versuche ich, meine Texte zum Leuchten zu bringen. Damit meine ich sprachliche Wendungen, die nah an der Literatur sind, ohne die Grenze zu überschreiten. Die dem Moment Sprache verleihen, von der bloßen Beschreibung abweichen und neue Formulierungen finden. Leuchtende Texte sind frei von Allgemeinplätzen oder Leerformeln, aber reich an Bildern.

Kürzen
Ich liebe Kürzen, weil es mich zwingt, Manieriertheiten auszumerzen, mich für zentrale Aussagen zu entscheiden und Sätze, die zwar schön klingen, aber keine Relevanz haben, eiskalt rauszuschmeißen. Für mich ist Kürzen wie eine Reinigung von dem Zuviel. Und man sollte bedenken: Kurze Texte sind oft dicht, klar, eindeutig in der Wertung. Bei wirklich kurzen Rezensionen versuche ich, mich auf einen Aspekt zu konzentrieren, radikal. Das tut weh, aber das Ergebnis ist oft erstaunlich knackig.

Literaturtipps:
Alfred Polgar: Das große Lesebuch. Zürich 2003.
Stephan Porombka: Kritiken schreiben. Konstanz 2006.
Marcel Reich-Ranicki: Lauter Verrisse. Stuttgart 1990.
Edmund Schalkowski: Rezension und Kritik. Konstanz 2005.
Gerhard Stademaier:Parkett, Reihe 6, Mitte. Wien 2010.

Aus der Redaktion nach Brasilien

Tobias Zwior will Journalist werden. Der Soziologie-Student aus Leipzig hat schon mehrere Praktika gemacht. Journalistische Erfahrungen sammeln, das geht aber auch anders. Tobias will im Sommer Mikrofon, Stift und Zettel in den Rucksack packen und zur WM nach Brasilien fliegen. Anstatt Berichte und Reportagen für einen Auftraggeber in Deutschland zu liefern, möchte er seinen Blog ecke:sócrates mit Inhalten füttern. Alles, was ihm dafür noch fehlt: Geld. Auf journalist-werden.de erzählt Tobias, was er vorhat.  

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“ecke:sócrates” soll ein Hintergrund-Journal zur WM 2014 in Brasilien werden. Die Idee dazu ist entstanden, als ich im letzten Jahr die Zusage für ein Auslandssemester in Argentinien bekam. Im Kopf zählte ich plötzlich eins und eins und eins zusammen: Ich werde also im Sommer 2014 in Südamerika sein + der Fußball ist meine große Leidenschaft + ich bin gerade die ersten Schritte im Journalismus gegangen und möchte mich unbedingt weiterentwickeln. Am Ende dieser Rechnung konnte hinter dem Gleichheitszeichen nur eines stehen: Auf zur WM nach Brasilien – und zwar als Reporter!

Ich möchte vor Ort in vier verschiedene brasilianische Städte reisen und über Themen berichten, die erfahrungsgemäß im Fußballtrubel untergehen, weil es dafür in den Leitmedien nicht genug Platz gibt. Ich möchte Geschichten erzählen, nah am Menschen. Authentische Geschichten. Brasilien ist ein Land der Gegensätze. Eine enorme Fußballbegeisterung steht hier sozialen Unruhen gegenüber. Arme und Reiche leben oft nur einen Katzensprung voneinander entfernt, bekommen sich aber nie zu sehen. Vollmundige demokratische Versprechungen der letzten beiden Staatsoberhäupter werden tagtäglich von Korruption, Gewalt oder dem maroden Gesundheits- und Bildungssystem widerlegt. Die Fußball-WM in diesem Sommer könnte zum sozialen Pulverfass werden. Vielleicht ergeben sich daraus aber auch Chancen für die brasilianische Gesellschaft. Das Ergebnis meiner Arbeit soll eine Momentaufnahme Brasiliens zur Zeit der WM sein, in Wort, Bild und Ton. Ich habe mich für diesen multimedialen Ansatz entschieden, da ich bisher schon journalistische Erfahrungen beim Radiomachen und Schreiben sammeln konnte und einfach ausprobieren möchte, wie man die beiden verbinden kann.

Alles ist möglich, ich möchte mir da im Vorhinein weder inhaltlich noch gestalterisch Grenzen setzen. Denn das Ganze ist ein Experiment. Ein Experiment, das unglaublich spannend ist. Das liegt vor allem an den vielen “ersten Malen”, die ich in den letzten Wochen durchleben durfte: Das erste Mal eine Homepage zu erstellen. Das erste Mal als eigenes Medium in Erscheinung zu treten. Das erste Mal eine Crowdfunding-Kampagne zu starten. Das erste Mal unabhängig und eigenständig zu arbeiten. Das erste Mal für eine Sache wirklich zu brennen.

Rund 60 Prozent der Crowdfunding-Summe sind mittlerweile beisammen. Es gibt enormen Auftrieb, dass Menschen Interesse an ecke:sócrates haben und an das Projekt glauben. Rund zwei Wochen bleiben mir noch, um mein Finanzierungsziel zu erreichen. Wie so oft im Fußball heißt es jetzt auch beim Crowdfunding: Alles oder nichts!

https://krautreporter.de/de/eckesocrates

www.eckesocrates.de

facebook.com/eckesocrates

twitter.com/eckesocrates

Ich bin frei – selbst und ständig

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Jana Mundus, die Freischreiberin                        Foto: B. Veltzke

Neue Auftraggeber finden, alte halten, hamstern für schlechte Zeiten und am besten niemals, niemals krank werden – das ist der Alltag für viele freie Journalisten. Wer will sich das antun? Von wollen kann meist keine Rede sein. Feste Redakteursstellen sind rar. Jana Mundus hingegen ist gern frei.    

Der Uni-Professor malte uns eine Zukunft in den schillerndsten Tönen. Im Januar 2000 war ich beim Tag der offenen Tür am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft in Leipzig zu Gast. „Studieren sie Diplom-Journalistik“, sagte der weißhaarige Mann damals. „Wer hier seinen Abschluss macht, dem ist eine Festanstellung in einem der führenden Medienunternehmen sicher.“ An der Universität Dortmund erzählte uns die Studienberaterin wenig später ähnliches. Die mussten es ja wissen, dachte ich, und bewarb mich nach meinem Abitur an beiden Unis. Ich hatte Glück und bekam zwei Zusagen, entschied mich für Leipzig und begann im Herbst 2000 mein Studium. Doch das weißhaarige Professoren-Orakel hatte Unrecht. Ein gutes Jahr später steckte die Medienwelt in der Krise.

Ich ließ mich nicht beirren und studierte munter weiter. Schließlich wollte ich schon immer Journalistin werden, einen tolleren Beruf gab es für mich nicht. Mit 16 hatte ich nach einem Praktikum bei einer Tageszeitung als freie Mitarbeiterin angefangen, schrieb vor allem über Jugendthemen. Während meine Mitschüler in den Sommerferien am Fließband eines örtlichen Kunststoffherstellers standen, konnte ich bei der Tageszeitung mein Taschengeld aufbessern und nebenbei viel über meinen Traumberuf erfahren. Später im Studium probierte ich mich in den Semesterferien auch im Fernseh- und Hörfunkjournalismus aus. Spaß machte alles, aber was ich wollte war Schreiben.

Doch je näher der Studienabschluss rückte, desto bewusster wurde mir, dass das mit der Festanstellung wohl schwierig werden dürfte. Überall wurde gespart. Während meines studienintegrierten Volontariats bei der Leipziger Volkszeitung bekam ich mit, wie Redakteursstellen Stück für Stück eingespart wurden,  um die gleiche Arbeit von Freiberuflern erledigen zu lassen. Schön war das nicht, aber wohl eine Entwicklung, die nur schwer aufzuhalten war. Also setzte auch ich mich langsam damit auseinander, wie das Überleben als Selbstständige später funktionieren kann.

Während ich auf die Korrektur meiner Diplomarbeit wartete, jobbte ich weiter bei einer Tageszeitung. Nebenbei besuchte ich aber auch ein Seminar für Existenzgründer. Ein Tipp, den ich heute jedem Kollegen geben würde, der sich selbstständig machen möchte oder muss. Wer einmal gelernt hat, was ein Businessplan ist oder wie man seine Honorare kalkuliert, wird es als Freiberufler einfacher haben. Es ist wichtig, den eigenen Wert der Arbeit zu kennen und zu wissen, welche Einnahmen ich pro Monat haben muss, um bestehen zu können. Es reicht nicht, jeden Monat gerade so durchzukommen. Ich muss die Chance haben, einen Teil für schlechte Zeiten zurückzulegen. Denn, wer als Freiberufler krank wird und nicht arbeiten kann, verdient auch nichts.

Mehrere Standbeine sind wichtig

Im Frühjahr 2008 bekam das Finanzamt ein ausgefülltes Formular von mir auf den Tisch: meine Anmeldung als Selbstständige. Jetzt wurde es ernst. Auftraggeber suchen, recherchieren, schreiben, Rechnungen tippen, Buchhaltung, monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Steuererklärung… Ich wurde meine eigene Geschäftsführerin. Am Anfang hatte ich noch Angst, in diesem ganzen Wirrwarr nicht mehr kreativ sein zu können. Doch mit der Zeit lief es besser. Ich bekam Routine im Drumherum und hatte den Kopf frei für das, was ich eigentlich immer wollte: Schreiben.

Bei der Sächsischen Zeitung heuerte ich im Mai 2008 an. Ich war erst für die Radeberger Lokalredaktion unterwegs, seit Oktober 2012 für die Dresdner Stadtredaktion. Heute kann ich jeden Tag für die SZ arbeiten. Eine Sicherheit in Sachen Einnahmen, die ich nicht missen möchte. Es gibt genügend andere freie Journalisten, die diesen Luxus nicht haben, die jeden Tag kämpfen müssen, um Texte verkaufen zu können. Doch auch ich kann mich auf dem SZ-Engagement nicht ausruhen. Als Freiberufler ist es wichtig, mehrere Standbeine zu haben, um nicht in ein finanzielles Loch zu rutschen, wenn ein Auftraggeber wegbricht. So beliefere ich Firmen mit Texten für ihren Onlineauftritt oder Kundenmagazine und arbeite auf Honorarbasis mit Jugendlichen in einer Schülerredaktion zusammen. Zum Glück hat sich die Einstellung von festangestellten Kollegen und Redaktionsleitern bei den Tageszeitungen in den vergangenen Jahren gewandelt. Viele wissen um das Spannungsfeld, in dem sich freie Journalisten bewegen: Für die Zeitung jeden Tag gute Geschichten zu schreiben und gleichzeitig andere Auftraggeber zu bedienen. Das heißt eben auch, dass Freie nicht die Möglichkeiten haben zehn Stunden am Tag nur für den Verlag da zu sein. Das wird immer mehr akzeptiert. Nur so kann das Konstrukt des Freiseins bei Tageszeitungen in Zukunft funktionieren.

Natürlich bedeutet das, dass nie wirklich Feierabend ist. Am Wochenende sitze ich oft am Schreibtisch, erledige Dinge, die wegen des tagesaktuellen Geschäfts bei der Sächsischen Zeitung liegen geblieben sind. Es gibt viele Abende, an denen ich mit dem Laptop auf dem Schoß vor dem Fernseher sitze, um Mails zu schreiben oder das Buchhaltungsprogramm mit Daten zu füttern. „Selbstständig heißt selbst und ständig“ war vor Jahren nur ein Spruch für mich. Heute weiß ich, dass er stimmt.

Also warum mache ich das alles, wenn der Berg an Arbeit so groß ist? Weil es Spaß macht! Ich liebe die Abwechslung. Heute bin ich für die SZ bei einer Sitzung im Dresdner Rathaus zur geplanten Katzenkastration, morgen bringe ich den Schülern der Schülerzeitung Interviewtechniken bei und übermorgen schreibe ich einen Artikel über die Frühjahrskollektion eines Dresdner Kindermodelabels. Sicherlich habe ich mir vor Jahren meinen späteren Berufsalltag anderes vorgestellt, klassisch eben – als angestellte Redakteurin einer Tageszeitung. Dass es nun anders gekommen ist, darüber bin ich nicht böse.

Für den Deutschen Journalistenverband (DJV) engagiere ich mich seit einiger Zeit für junge Journalisten, bin außerdem Mitglied im Bundesfachausschuss zu diesem Thema. Wenn mich jüngere Kollegen fragen, ob ich das Freisein empfehlen kann, antworte ich differenziert. Wer die Chance auf eine Festanstellung hat, sollte sie meiner Meinung nach auf jeden Fall nutzen. Die Sicherheit, die solch eine Anstellung bietet, ist einfach unschlagbar. Natürlich sollte sie auch gut bezahlt sein. Auf der anderen Seite muss aber jeder, der den Job machen will, auch darauf vorbereitet sein, über eine kürzere oder längere Zeit als Freiberufler überleben zu können. Ein guter Plan ist in so einem Fall absolut wichtig. Mal eben ein bisschen frei zu arbeiten, ist keine Option. Jeder Freiberufler sollte genaue Vorstellungen davon haben, was er will. Zum Glück gibt es viele Seminar- und Weiterbildungsangebote für solche Situationen.

Momentan macht mir vor allem eines Sorgen: Dass der Nachwuchs irgendwann wegbricht. Der Journalismus als Beruf hat einen schlechten Ruf, vor allem, wenn es um die Bezahlung geht. Ich habe in den vergangenen Jahren so viele talentierte Jugendliche kennengelernt, die sogar Preise bei Journalistenwettbewerben abgeräumt haben. Wenn ich sie aber ermunterte, das Ganze doch beruflich zu machen, sagten sie: „Da gibt es doch keine Stellen, da verdiene ich doch nichts.“ Ich hoffe, dass sich dieses Bild bald wieder ändert, damit auch jüngere Generationen erfahren können, was wir für einen schönen Beruf haben. Die Entwicklungen, die dazu nötig sind, sehe ich momentan aber nicht – leider.

Text: Jana Mundus

Zurück in die Medizin? Auf keinen Fall!

 

Kristin Hofmann, 32, studierte erst Medizin, reiste dann um die Welt und machte jetzt ihr erstes Praktikum in der Meißner Lokalredaktion der SZ. Vier Fragen an eine journalistische Spätzünderin.

Hallo Kristin, Du bist mit 32 Jahren gerade deine ersten journalistischen Schritte bei der SZ in Meißen gegangen. Warum erst so spät?
Ich habe nach dem Abitur vor der Entscheidung gestanden, ob ich in den Journalismus gehe oder Medizin studiere. Letztendlich habe ich mich dann für das Medizinstudium entschieden. Ich habe dann also Medizin studiert, danach in einem Krankenhaus in Dresden gearbeitet und eine Facharztausbildung als Gynäkologin gemacht.

Kristin Hofmann Foto: Marco Henkel

Kristin Hofmann  Foto: Marco Henkel

Irgendwann habe ich gemerkt, dass die Medizin doch nicht so ganz das Richtige für mich ist. Als ich dann sechs Monate auf Weltreise war, dachte ich mir: „Vielleicht sollte ich mein altes Interesse am Journalismus nochmal aufgreifen.“ Wie gesagt, das Interesse war schon immer da.

Dein Praktikum ist jetzt zu Ende. Wie hat es dir denn gefallen?
Insgesamt sehr gut. Es war sehr interessant und ich war überrascht, dass ich so viel selbst schreiben konnte.

Und wie wird es jetzt weitergehen? Zurück in die Medizin oder beim Journalismus bleiben?
Zurück in die Medizin auf jeden Fall erst mal nicht. Ich werde den Weg in den Journalismus weiterverfolgen. Meine Idee ist es eigentlich, Medizin und Journalismus zu verbinden. Viele medizinische Fachbuchverlage bieten so etwas an. Vielleicht werde ich mich da einfach mal auf  ein Praktikum oder Volontariat bewerben.

Die Fragen stellte Marco Henkel

„Auf den Willen kommt es an, nicht auf den Weg“

Olaf Kittel, stellvertretender Chefredakteur der Sächsischen Zeitung.      Foto: Robert Michael

Olaf Kittel          Foto: Robert Michael

Was ist nun der beste Weg in den Journalismus? Wir haben den Quereinsteiger, den Journalistenschüler, den Journalistik-Studenten, die Fachjournalistin und – außer Konkurrenz – einen Vertreter der “Alten Schule” kennengelernt. Jeder hält seinen Weg für den besten. Und Sie, Herr Kittel? Der stellvertretende Chefredakteur der SZ und Herr über die Volo-Plätze im Interview.

Herr Kittel, Ihr Kollege von der Süddeutschen Zeitung hat einmal gesagt, Journalistik als Studienfach sei ein Leerfach. Mit Doppel-E! Hat Fabian Schröder, unser Journalistik-Student, alles falsch gemacht?
Nein, absolut nicht. Journalismus kann man an der Uni lernen – aber eben nur begrenzt. Die journalistische Praxis ist der wichtigere Teil.

Unsere Serie hat mehrere Wege in den Beruf aufgezeigt. Welchen finden Sie denn nun am besten?
Ich glaube nicht, dass es einen besseren und einen schlechteren Weg gibt. Es führen einfach viele Wege in den Journalismus. Das Entscheidende ist, dass man Spaß hat an diesem Beruf. Oft findet sich erst im Gespräch mit Verantwortlichen der Sächsischen Zeitung der eigene, der „richtige“ Weg.

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Fünf Menschen, fünf Ausbildungswege. Ihre Gemeinsamkeit:
der Arbeitsplatz im Haus der Presse. Foto: veb

Was muss eine Ausbildung denn mindestens beinhalten?
Fachwissen auf einem relevanten Gebiet ist gut, Praxis und journalistische Fähigkeiten wie Recherchieren oder Interviewen noch wichtiger. Man kann eine Journalistenschule nach einem Fachstudium absolvieren. Wir haben da gute Erfahrungen gemacht. Die Mehrzahl unserer Kollegen hat aber an der Uni Leipzig Journalistik studiert.

Sie machen also gar keinen großen Unterschied zwischen Bewerbern von der Uni oder einer Journalistenschule?
Nein. Ich glaube, dass es nicht so sehr auf die Ausbildungsart ankommt, sondern auf den Willen, diesen Beruf unbedingt ausüben zu wollen.

Dann könnte man sich das Studium gleich schenken.
Das nun nicht. Die meisten, die wir einstellen, haben studiert. Das kann ein journalistisches oder auch ein betriebswirtschaftliches Studium sein, aber auch Jura oder Sozialwissenschaften. Wichtig ist vor allem eine breite Allgemeinbildung. Wir haben auch schon junge Bewerber eingestellt, die gar keine journalistische Ausbildung vorweisen konnten. Auch damit kann man, wenn man viele praktische Erfahrungen gesammelt hat, gut klarkommen.

Was ist mit theoretischen Inhalten wie Medienethik oder Presserecht? So etwas liest man sich nach Feierabend nicht mehr an, wenn die Zeitungsseiten dann endlich voll sind.
Das vermitteln wir in der Volontärsausbildung durch begleitende Seminare.

Was müssen junge Bewerber mitbringen, wenn Sie ein Volontariat machen wollen?
Spaß und Neugier für diesen Beruf – und eben praktische Erfahrungen. Das unterscheidet diesen Beruf von vielen anderen: Man braucht schon viel Übung, bevor man in die eigentliche Ausbildung startet.

Journalismus wird immer digitaler. Fließt das ins Volontariat ein?
Wir sind dabei, unsere Volontärsausbildung in dieser Richtung auszubauen. Das folgt Schritt für Schritt den Erfahrungen, die wir mit digitalen Produkten sammeln. Wir haben in diesem Jahr unsere App eingeführt, die sozialen Netzwerke im Lokalen verankert und überdenken gerade weitere Möglichkeiten. Unsere Volontäre sollen nicht nur gute Reporter, sondern auch gute Editoren für digitale Kanäle werden. Ab Januar 2014 wird eine entsprechende Ausbildungsstation nicht mehr „SZ-online“, sondern „SZ digital“ heißen und neue Inhalte vermitteln.

Welchen Weg zur SZ gibt es neben dem klassischen Volontariat?
Ich sehe zwei gleichberechtigte Wege in den journalistischen Beruf bei uns. Der eine ist das klassische Volontariat. Da haben wir fünf Plätze. Die Ausbildung beinhaltet lokale und überregionale Stationen, einen vierwöchigen Lehrgang bei der Henri-Nannen-Schule und monatliche Ausbildungstage. Der andere Weg für Berufseinsteiger beginnt im Lokalen als fester Freier mit einem Pauschalvertrag. Diese Kollegen haben ein sicheres monatliches Einkommen. Parallel beteiligen sie sich an der monatlichen Volontärausbildung. Einige von ihnen haben auch bereits den einmonatigen Lehrgang an der Nannenschule in Hamburg absolviert. Meine Erfahrungen über zehn Jahre mit diesem Modell zeigen, dass das ein ebenso guter Berufseinstieg ist wie das Volontariat. Wir haben eine ganze Reihe von Kollegen, die diesen Weg eingeschlagen haben und inzwischen als Redakteure bei der SZ beschäftigt sind. Auch Lokalchefs sind darunter.

Die Auflagen sinken ebenso wie die Zahl der fest angestellten Redakteure. Kann Journalist noch ein Traumberuf sein?
Ja, unbedingt! Klar, es gibt eine gewisse depressive Stimmung in der Branche. Aber so ist das in Umbruchzeiten mit ihren Unsicherheiten. Dieser Beruf wird in den nächsten Jahren aber noch vielfältiger und spannender – und es ist gar nicht ausgemacht, dass die Zahl der Redakteure insgesamt sinkt. SZ-Mitarbeiter werden aber nicht mehr „nur“ Zeitung machen, sondern neue Produkte entwickeln und herstellen, die jüngere Leser annehmen. Eine spannende Herausforderung gerade für junge Redakteure. Deshalb haben gut ausgebildete und engagierte Leute bei uns eine sehr gute Zukunft.

x Wege in den Journalismus: die Alte Schule

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Er macht diesen Job seit fast 40 Jahren. Und das immer noch mit Freude – meist jedenfalls. Er hat in zwei Systemen und in zwei Ländern gelebt und geschrieben. Der Außenpolitik ist er bis heute treu geblieben. Ein konservativer Traditionalist ist er aber nicht gerade. Nummer Fünf: Uwe Peter, der Dino.

Ich bin ein alter Sack. Als ich in den Journalismus einstieg, waren die meisten anderen in dieser Serie noch nicht einmal geboren. Und mein Weg in diesen Beruf ist schon deshalb Historie, weil ihn so heute niemand mehr gehen kann. Somit ist dieser Beitrag hier eher eine Geschichtslektion als eine Gebrauchsanleitung zum Nachleben. Journalistisch „erwischt“ hat es mich schon zum Schuljahresbeginn der 8.Klasse im September 1968. Die Warschauer-Pakt-Truppen waren gerade in der CSSR einmarschiert, um den „Prager Frühling“ mit Panzern platt zu walzen, und meine Dresdner Schule bekam den Auftrag, jemanden in die damalige Jugendredaktion der „Sächsischen Zeitung“ abzukommandieren. Da ich einigermaßen unfallfrei Aufsätze schreiben konnte, wurde ich zum Freiwilligen ernannt. Immerhin: Ich kannte die „SZ“. Sie steckte täglich im häuslichen Briefkasten. 8 Seiten für 15 Pfennig pro Ausgabe, das tat dem elterlichen Budget nicht sonderlich weh. Und die Patenbrigade (sowas gab es damals – bitte googeln!) meiner Klasse war eine Abteilung aus der SZ-Druckerei.

Aus meiner anfänglichen Skepsis wurden ziemlich schnell Interesse und sogar Lust auf diesen Job. Interesse, geweckt von gestandenen Kollegen, die mit sichtbarer Freude versuchten, uns theoretisch und praktisch zu vermitteln, dass es zwischen einem Schulaufsatz und einem Zeitungsbeitrag doch ein paar kleine Unterschiede gibt. Und Lust, nachdem ich erkannt hatte, dass mir das Ganze vielleicht gar die Türen zu meinem damaligen Traumberuf öffnen könnte: Sportreporter – so ein bisschen in der Welt rumreisen, über Dinge berichten, an denen man selber Spaß hat und von denen man glaubt, auch noch Ahnung zu haben.

Über Umwege

Ein bisschen anders kam es dann aber schon. Und ein paar Umwege gab es auch. Seinerzeit  hat man das mit dem schönen Satz umschrieben: U.P. schafft es nicht immer, gesellschaftliche und persönliche Interessen in Überstimmung zu bringen.

Uwe Peter   Fotos: B. Veltzke

Uwe Peter       Fotos: B. Veltzke

Fürs Gymnasium (das damals EOS hieß) mangelte es an „politischer Reife“. Blieb also der Weg über eine Berufsausbildung mit Abitur in einem Dresdner VEB und die Mitarbeit an der dortigen Betriebszeitung. Zur Aufnahme eines Volontariats 1974 im damaligen Verlag „Zeit im Bild“ reichte es dann aber doch. Das endete 1976 mit einer Beurteilung, die dringend empfahl, mich lieber noch ein weiteres Jahr „zur Bewährung in die sozialistische Produktion“ zu schicken. Dass ich trotzdem in Leipzig Journalismus studieren konnte, lag einfach an ein paar Leuten, die solche Sätze nicht ganz so ernst nahmen und in mir nicht den personifizierten Klassenfeind sahen. Mit ein paar Kommilitonen einigten wir uns zum Studierende auf die weise Erkenntnis: „Es waren vier tolle Jahre – nur das Studium hat ein bisschen gestört.“ Heute weiß ich: Was journalistisches Handwerk und Handwerkzeug betrifft, haben wir dort verdammt viel gelernt.

Und das mit dem Sport lief auch nicht ganz wie erwartet. Meine steile Karriere begann 1980 bei der Tageszeitung „Tribüne“ in Berlin – in der Außenpolitik. Die hatte ich schon während des Studiums als neue berufliche Liebe entdeckt. Und dabei blieb es dann – bis heute. Da ich anfangs nebenbei auch noch im Sportressort arbeiten konnte, fiel mir sehr schnell auf, dass zum einen die von außen auferlegten Beschränkungen im DDR-Sportjournalismus weitaus größer waren als im Auslandsressort und dass zum anderen die journalistische Genrevielfalt in der Außenpolitik mehr Möglichkeiten bot.

Auswege

Erst recht, als mich die „Tribüne“ 1986 als Korrespondent nach Moskau schickte. Dort feierte der untergehende Sozialismus unter Michail Gorbatschow mit seiner Perestroika und Glasnost noch ein letztes Mal fröhlich Urständ, bevor er sich 1990/91 vorerst endgültig von der Weltbühne verabschiedete. Es gab wohl kaum vorher und auch nicht danach einen Ort, an dem das Korrespondentendasein spannender gewesen wäre. Die ersten Jahre bis zum Ende der DDR verliefen noch eher beschaulich, weil sich bei den Mächtigen in Berlin (Ost) die Begeisterung über Gorbatschows Umgestaltung des Landes und des Systems in sehr engen Grenzen hielt. Für die SZ fabrizierte ich übrigens damals ein paar Artikel in einer Art streng konspirativer Tätigkeit unter einem russischen Pseudonym – Bezirkszeitungen durften sich seinerzeit keine eigenen Korrespondenten halten.  Doch ab Ende 1990 schrieb ich mir in Moskau dann buchstäblich die Finger wund. Und das ein paar Jahre länger als geplant. Denn als meine vereinbarte Korrespondentenzeit 1991 offiziell endete, waren sowohl mein Heimatland als auch meine Redaktion schon auf dem großen Müllberg der Geschichte gelandet – und ich entlassen.

Blieb die Wahl, sich zuhause ins Heer der arbeitslosen DDR-Journalisten einzureihen oder eben unter ganz anderen Bedingungen in Moskau weiterzumachen. Nicht ganz einfach für einen jahrelang in jeder Hinsicht gut gepamperten DDR-Journalisten, sich auf freie Marktwirtschaft und freie Tätigkeit umzustellen. Zumal sich die verbliebenen Ostzeitungen damals kaum noch für Außenpolitik interessierten und die Westzeitungen mit ehemaligen DDR-Korrespondenten um Gottes und anderer Willen nichts zu tun haben wollten. Das änderte sich schlagartig im August 1991 – damals putschten einige Hardliner in Moskau Staatschef Gorbatschow weg und läuteten damit unfreiwillig das Ende der UdSSR ein. Und wie gesagt – es war August. Von den in Moskau akkreditierten deutschen Journalisten war nicht mal eine Handvoll am Ort – die anderen waren ganz einfach im Urlaub. Das bescherte mir buchstäblich über Nacht diverse neue Abnehmer in Ost und West – und mein Verbleib war damit auch finanziell gesichert. Er dauerte dann noch bis 1996 an.

Journalistisch und menschlich eine Zeit unglaublicher Möglichkeiten und Erfahrungen – im Guten wie im Bösen: Der Baikalsee im Winter und der Kaukasus im Krieg. Tief unter Tage im Kohleschacht und hoch in der Luft mit allem, was die Aeroflot noch zum Fliegen brachte. Mineralwasser, das nach sofortigem Vergiftungstod schmeckte und Wodka, bei dem einem die Engelein förmlich auf die Zunge pinkelten. Und vor allem Menschen, die Freunde fürs Leben wurden – aber auch Bürokraten, die sich meinen Hass hart und ehrlich verdienten. Ein Land der begrenzten Unmöglichkeiten und der unmöglichen Begrenztheiten zugleich.

Kreuzwege

Und um die Geschichte ganz persönlich abzurunden: Ich war der, der am 9.November 1989 um 14.30 von Berlin nach Moskau flog, um mir zu dortiger Nachtzeit von meinen Berliner Kollegen am Telefon erzählen zu lassen, die Mauer sei jetzt offen. Ich hab´s erst geglaubt, als ich am nächsten Morgen im russischen Fernsehen die Bilder sah. Zumal ich damals in Berlin direkt an der Mauer wohnte – mit Küchenblick nach Kreuzberg.

Seit Ende 1996 bin ich nun wieder da, wo ich als „Jugendredakteur“ und Volo  mal angefangen habe: im Dresdner Haus der Presse. Dort beackere ich bei der SZ die schmal gewordenen Felder der Außenpolitik. Immerhin: Sie werden in dieser Redaktion noch bestellt – zumeist von Kollegen, die als freie Korrespondenten irgendwo in dieser Welt sitzen und sich mehr oder weniger mühsam über Wasser und bei Laune halten. Journalist sein ist nicht mehr, nicht überall und schon gar nicht immer ein Traumjob. Das war er auch nie wirklich – zum Beispiel, weil die Arbeitszeiten nicht eben familienfreundlich sind. Und in Zeiten immer schnellerer Medien und des langsamen Dahinsiechens der guten alten gedruckten Zeitung ist er das schon gar nicht mehr. Aber: Wer sich diesen Beruf wirklich antun will, wer glaubt, genau das und nichts anderes zu wollen, der sollte es sich antun. Denn man kann auch heute noch verdammt viel Spaß daran haben – am Nachdenken, am Fabulieren und am Formulieren, online und offline. Vor allem aber dank seiner Kollegen und mit seinen Kollegen. Ich hab den Spaß immer noch.

X Wege in den Journalismus: der Journalistik-Student

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Ein Lokalredakteur arbeitet anders als ein Blattmacher. Moderatoren sprechen, was Reporter erfahren. Und ein Onliner macht irgendwie alles auf einmal. Jeder von ihnen hat einen eigenen Weg in den Journalismus gefunden. Wir haben fünf Journalisten-Typen entdeckt. Teil Vier: Fabian Schröder.

Onlineredakteur, Videojournalist und Communitymanager. Drei Schlagworte, die meinen Job bei der Sächsischen Zeitung umreißen. Seit Dezember 2012 gehe ich diesen Tätigkeiten hier in Dresden nach – in der Stadt meiner Herkunft. Der Weg von hier bis hierher zurück führte über viele Stationen. Er dauerte siebeneinhalb Jahre, kostete neben Nerven eine Stange Geld und hat sich trotzdem voll gelohnt.

Nun aber der Reihe nach: Journalist werden? Diese Frage stellte ich mir 2005 kurz nachdem ich auf der US-Airbase in Ramstein einen Wachdienst über Weihnachten absolvierte. Es gibt wirklich angenehmere Aufenthaltsorte während der Feiertage. Statt Wohnzimmer, Gänsebraten und Familie gab es Checkpoints, Cheeseburger und Irak-Heimkehrer. Für mich war diese Zeit hart, führte aber zu einer Erkenntnis: Das willst du nicht werden! Ich verwarf mein Ziel, eine Laufbahn bei der Bundeswehr einzuschlagen. Einziges Problem: Mit Plan-B hatte ich mich noch gar nicht befasst.

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Fabian Schröder          Fotos: B. Veltzke

Der Gedanke daran, vielleicht einmal Spielanalysen auf der Pressetribüne eines Fußballstadions zu tippen, war noch nicht ausgereift, da entdeckte ich eine Anzeige in der SZ. Die Management Akademie Riesa, kurz „Marie“, warb darin mit einem neuen Studienkonzept für Sportjournalisten. Eine praxisnahe, moderne, medienübergreifende und individuelle Lehrmethode wurde angepriesen. Interessant! Die Sache hatte nur einen Haken: Es handelte sich um ein Privatstudium, das in drei Jahren rund 20.000 Euro kosten sollte. Baff! Ein Darlehen musste her, schnellstmöglich.

Monatsraten statt Semesterbeiträge

Ich, inzwischen 19 Jahre alt, aber kein bisschen kreditwürdig, brauchte einen Partner. Meine Eltern sprangen ein und unterstützten mich trotz der großen Summe. Statt überschaubarer Semesterbeiträge an einer staatlichen Uni zahlten wir happige Monatsraten an die „Marie“ und tilgten zusätzlich einen verzinsten Studienkredit.

Das Risiko, viel Geld zu verlieren, war groß. Zwei nicht bestandene Prüfungen und der Traum wäre zerplatzt wie eine Seifenblase – und hätte drei Menschen in eine private Finanzkrise gestürzt. Um es abzukürzen: Es war ein Mal brenzlig, hatte aber für alle ein Happy End.

Nur die Praxis schult

Das Studium hielt alles, was es versprach. Ich erlernte das journalistische Handwerk für Web und Print, drehte Videos, nahm Radiobeiträge auf und wurde in einer zwölfköpfigen Studiengruppe individuell gefördert. Die für meine jetzige Arbeit entscheidenden Erfahrungen sammelte ich allerdings während diverser Praktika. Dank der damals guten Verbindungen der „Marie“ zu Medienpartnern konnte ich mir Praxiseinheiten nach Maß zusammenstellen.

Mich reizten vor allem Online und Hörfunk. Deshalb entschied ich mich in zwei von drei großen Praxiszeiträumen für Angebote, die genau diese beiden Bereiche verbanden. So arbeitete ich ein Semester lang beim FC Sachsen Leipzig als Reporter für das Internet-Fanradio Leutzscher Welle. Heim- und Auswärtsspiele des Vereins moderierte ich zusammen mit einem Kollegen. Schon bei der ersten Übertragung waren wir ein gutes Duo – und mir der Leipziger Fußball vertraut. Ich hatte mich mit dem Club auseinandergesetzt und vor meinem Sendestart viele Hintergrundgespräche geführt. In dieser Zeit lernte ich drei wichtige Lektionen des journalistischen Arbeitens:

  • Erstens: Sei niemals verlegen.
  • Zweitens: Sei immer informiert.
  • Drittens: Bist du es mal nicht, sei interessiert.

 

Vom Studium direkt in den Job

Das Studium war ein auf drei Jahre zugeschnittenes Programm, an dessen Ende der Bachelor of Arts stand. Prüfungen bedeuteten nicht gleich Stress. Es kam eher auf die konstante Leistungsbereitschaft in der Praxis an. Rückblickend hat sich diese Ausbildungsmethode für mich bewährt: Über mein zweites längeres Praktikum, das ich Anfang 2009 bei Radio Schleswig-Holstein (R.SH) von der Radioholding Regiocast absolvierte, ebnete sich der Weg zum ersten Job.

Bei R.SH begleitete ich das Tagesprogramm und setzte mich stark bei Onlinethemen ein. In allen Bereichen konnte ich schon sendefähige Inhalte abliefern. Das Umschalten zwischen verschiedenen Kanälen war für mich keine Hürde und zugleich ein Alleinstellungsmerkmal. Schließlich war man in dem Haus entweder Onliner, Nachrichtenredakteur oder Moderator – jedoch nicht alles auf einmal.

Passend zu dieser Erfahrung schrieb ich im Sommer des gleichen Jahres beim Bayerischen Rundfunk in München meine Bachelorarbeit. Sie war der erste Teil eines ARD-Forschungsprojekts über crossmediales Arbeiten in Fernsehen, Hörfunk und Internet beim heutigen Jugendformat BR Puls. Trotz des Schreibens an dieser Abschlussarbeit hielt ich weiter Verbindung nach Kiel und bot mich für ein Volontariat in der Onlineredaktion der Regiocast-Gruppe an. Ich bekam den Job, wurde zum Redakteur und lernte noch etwas: Als Journalist sollte man Kontakte nicht nur sammeln wie Paninibilder, sondern pflegen wie ein Scheckheft.

Der Wechsel zur Zeitung

Insgesamt blieb ich dreieinhalb Jahre beim Radio und arbeitete für die Sender R.SH, delta radio, Radio NORA (alle Kiel), Radio PSR, R.SA (beide Leipzig), Radio Bob (Kassel) und auch für das mittlerweile eingestellte Fußballradio 90elf. Viel Radio also. Doch mein Fokus lag nicht nur auf Wortbeiträgen, für die ich wegen meiner sächsischen Herkunft eine Sprecherausbildung durchlief. Ich war Onliner durch und durch.

Der Wechsel zur Sächsischen Zeitung Ende 2012 war für mich kein harter Schnitt. Auch in meinem neuen Job bin ich Onlineredakteur und habe ähnliche Aufgaben. Die einzigen Unterschiede: Die SZ hat einen höheren journalistischen Anspruch als Privatradios. Statt über Leipziger Fußball schreibe ich endlich über Dynamo. Und ich habe mit 26 Jahren einen festen Job in meiner Heimatstadt Dresden gefunden. Besser hätte es nicht laufen können.

x-Wege in den Journalismus: der Journalistenschüler

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Stefan Becker hat sich in seinem ersten Praktikum im Fettnäpfchen-Weitsprung geübt. Danach ist er auf eine Journalistenschule gegangen. Für ihn “vielleicht die Schule fürs Leben”. Nummer Drei in der Serie “x Wege in den Journalismus”: der Journalistenschüler.

“Verdammt”, fluchte der baumlange Chef vom Dienst, “bist Du völlig verrückt geworden?” Ich sah das durchaus differenzierter, doch nach dem Vulkanausbruch des geliebten Vorgesetzten schien es, als würde meine sagenhafte Karriere bei der Zeitung schon nach vier kläglichen Wochen wieder enden. Bei einer Reportage über ein Schützenfest in Bielefeld hatte ich gleich so ziemlich alles falsch gemacht, was man in der Kürze der Zeit überhaupt falsch machen konnte:

Da ich mich stundenlang inmitten einer rotgesichtigen, beleibten, alkoholisierten wie bewaffneten Bagage befand, notierte ich einfach nur das, was um mich herum geschah. Es bedurfte keiner Übertreibungen, das gebotene Geballer war gespickt mit absurden Momenten. Einfach großartig. Weniger ist aber manchmal mehr. Wenn im allgemeinen Gekreische und Getöse zwischen Schießplatz und Festzelt, wahrscheinlich ungewollt, Dekolletés verrutschen und Hände auf Hintern prallen, so lässt sich das natürlich auch dezent umschreiben oder galant übersehen.

Fettnäpfchen-Weitsprung

Der zweite Fauxpas bestand darin, dass ich keine Ahnung hatte, mit oder für wen ich eigentlich arbeitete. Rein menschlich betrachtet. So erfuhr ich dann auf die harte Tour,  dass der Chef vom Dienst selbst als hochdekorierter Schütze herumkommandierte und knietief in diesem Brauchtum steckte. Dumm gelaufen und die Dummheit war allein mein Verdienst, kein Fatalismus: Vorher fragen, Vorlieben und Aversionen der Kollegen erforschen und den Fallstricken des Berufsalltags elegant entkommen.

Stefan Becker Fotos: B. Veltzke

Stefan Becker                  Fotos: B. Veltzke

Der Anlass für die beinahe Herzattacke bestand aber im fast fatalen dritten Fehler: Das Manuskript hatte ich ins Fach für redigierte Texte geworfen. Damals gab’s das noch. Die Aktion war keine Absicht, nur hätte die Schusseligkeit fast zur lokalen Katastrophe geführt. Weil der Chef vom Dienst allerdings offensichtlich wissen wollte, was der Becker da verbockt hat, bei seinen Schützen, machte er sich auf die Suche nach der Geschichte und den Rest habe ich ja gerade erzählt.

Und was sagt uns das nun? Journalisten sind auch nur Menschen, mit ihren Stärken und Schwächen, ihren Befindlichkeiten und Vorurteilen. Dass es ihnen trotzdem jeden Tag wieder gelingt, den geschätzten Mitbürgern die Großartigkeiten und Abgründe dieser Welt ein Stück näher zu bringen, liegt letztendlich am kollegialen Miteinander.

Hart und hoffentlich herzlich

Dabei kann es allerdings im Ton durchaus einmal etwas rauer zugehen. Wer diesen Job ernsthaft machen möchte, sollte keine Mimose sein, muss lernen, negative Kritik zu vertragen und darf auf keinen Fall gleich alles persönlich nehmen. Der Beruf verlangt eine gewisse Härte, auch gegen sich selbst.

Mir widerfuhr diese Härte samt Herzlichkeit auf der Journalistenschule von Henri-Nannen in Hamburg. Wer dort aufschlägt, denken viele, könne so richtig gut mit Worten  und hätte es voll darauf. Das denken meist die, die sich nicht bewerben, weil sie von sich denken, ihnen fehle es an Talent oder Sprachgefühl oder was auch immer und deswegen hätten sie sowieso keine Chance – oh, wie doof ist das denn! Darum möchte ich in diesem Blog einen bescheidenen Wunsch äußern: Wer diesen Beruf ernsthaft erlernen will, sollte sich solange bei allen Schulen bewerben, bis sie oder er endlich genommen wird. Basta.

Es lohnt sich. Diese Erfahrungen und Erlebnisse lassen sich nirgendwo sonst in so komprimierter Form machen. Die Dichte der Dozenten, alles sprachgeprüfte Praktiker, bietet keine Uni und kein klassisches Volontariat. Dem einen oder anderen wird es komisch vorkommen, nach Studium oder Beruf plötzlich wieder in einer Schule zu sitzen; Manuskripte in den Händen haltend, die manchmal mehr farbige Symbole und kryptische Zeichen und Striche zählen, als der zu redigierende Text an Buchstaben besitzt: Ich habe Beweise dafür. In dem Moment möchte das ramponierte Ego laut protestieren, und sein angeborenes Recht auf den eigenen Stil einfordern.

Fegen für den Frieden

Doch mit dem persönlichen Stil ist das so eine Sache. Wer darauf pocht, sollte sich einen Besen kaufen – der besitzt auch Stiel. Die nächste Aufgabe bestünde dann darin, mit dem Besen einen Platz zu fegen. Das dauert, bereitet ein paar Blasen an den Fingern und nach einem Windstoß beginnt die Arbeit im ungünstigsten Fall von vorn. Wie gesagt, der Job taugt nur bedingt für Mimosen, stattdessen sollte er zum Teamwork ermuntern. Kollegen besitzen auch brillante Ideen und jeder seinen eigenen Schwung um Texte zu hübschen. Nur Mut.  

Die Journalisten-Schulen vermitteln zudem die schicksten Praktika, da sie diversen Medienkonzernen nahestehen. In den Monaten beim Spiegel oder Stern, bei Bild, Focus oder RTL lernt der Novize, wie Print, TV, Radio oder Internet von großem Format produziert wird und siehe da – die kochen auch nur mit Wasser. Allerdings in ziemlich großen Töpfen und flankiert von einigen Meister-Köchen.

Wem das zusagt, der kämpft um seinen Platz in der ersten Liga. Wen dort manches vielleicht doch abschreckt, der sucht sich eben etwas anderes. Mit einem Know-how, das auf keinen Fall schadet und mit Kontakten, die ebenfalls helfen können. Journalisten-Schulen sind bestimmt nichts für jeden, aber jede oder jeder, die/der mit dem Gedanken an eine Bewerbung kokettiert, sollte das unbedingt durchziehen. Es lohnt sich immer.

PS: Ich war so ein Landei in meiner ostwestfälischen Provinz, dass ich damals von den Schulen nicht einmal gehört hatte. Eine liebe Praktikantin aus der großen Stadt trug mir die Kunde zu und dann ging aber die Post ab, gerade so am Einsendeschluss vorbei geschrammt – verdammtes Glück gehabt. Ihr aber, geneigte Leser, ihr wisst nun um die Existenz dieser Schulen und so legt bitte los. Viel Erfolg!

http://de.wikipedia.org/wiki/Journalistenschule#Liste_von_Journalistenschulen

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