Habemus Papam: Über den neuen Papst und die alte Kirche

11. Februar 2013: Die katholischen Christen auf der ganzen Welt sind überrumpelt, als der damalige Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt aufgrund gesundheitlicher Überforderung bekannt gibt. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Nachricht über die Kontinente.

28. Februar 2013: Es ist offiziell, die Welt ist ohne Papst. Nun muss das Konklave zusammentreten, um einen neuen Papst zu wählen. 13 Tage ohne Führer der katholischen Kirche, 13 Tage des Erwartens und der Orientierungslosigkeit. Das Rätselraten des Volkes beginnt. Spekulationen über die Herkunft des neuen Papstes überschlagen sich. Wünsche und Erwartungen werden vorgetragen. Die Presse spielt verrückt.

13. März 2013, 19:06 Uhr: Nach fünf Wahlgängen tritt weißer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle. Alle sind außer sich und warten auf den Moment der Bekanntgabe des 266. Papstes.

13. März 2013, 22:22 Uhr: Die Welt hält den Atem an, als Jorge Mario Bergoglio aus Argentinien als Papst Franziskus auf den Balkon tritt.

Gleich wird über die Ansichten des neuen Papstes spekuliert. Seine ersten Äußerungen beschreiben schon einige Möglichkeiten: „Wer nicht zu Gott betet, betet zum Teufel“. Der neue Papst ist Jesuit, vertritt somit sehr soziale Standpunkte, wie etwa sich mit den Armen gleichzustellen oder Ämter zu vermeiden. Er stellt sich als volksnah dar und wird von religiösen wie auch religionslosen Menschen als sympathisch und bescheiden eingeschätzt.

Jedoch lässt Papst Franziskus schnell seine konservativen und altkirchlichen Grundsätze durchblicken, die ihn laut verschiedenen Einschätzungen nicht so schnell von den alten Traditionen weichen lassen werden. Das kann sowohl positiv als auch negativ (zum Beispiel beim Verbot homosexueller Ehen oder beim Zölibat) gesehen werden. Die meisten der Befragten bemängeln also die Aussagen des Papstes über solche kritischen Themen, die er vielleicht etwas zu voreilig gemacht hat. Eines kann man ihm also lassen: Trotz aller Bescheidenheit ist er nicht zimperlich. Auch die Erwartungen, wie der Papst mit den Fällen von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche umgehen wird, sind hoch.

Ein Neuanfang für die katholische Kirche?

Trotz aller Kritikpunkte gibt man ihm eine Chance. „Er ist ja gerade erst im Amt“, sagt die eine und „es kann sich ja noch entwickeln“, der andere. Vor allem die Herkunft des Papstes lässt ihn für viele in unserer Umfrage als eine Art Neuanfang für die katholische Kirche erscheinen. So findet einer der Befragten: „Es ist mal was anderes“. Viele sehen es positiv, dass Papst Franziskus nicht aus Europa, sondern aus Südamerika kommt. Vielleicht ist es wirklich eine neue Chance für die katholische Kirche, sich zu etablieren in der modernen Gesellschaft, auch wenn es vielleicht nicht gleich so scheint. Aber wie schon erwähnt, ist der 266. Pontifex Maximus gerade einmal drei Wochen in seinem Amt.

Unsere Befragten haben auch Forderungen an den neuen Papst: „Er soll auf die Rufe der Bevölkerung hören und nicht nur rumsitzen. Er soll sich die Leute anschauen und handeln“, sagt Sandra (15, evangelisch) ganz entschieden. Lotte (85, katholisch): „Ich fühle mich gut aufgehoben bei ihm. Ein Altersgenosse eben.“

In der Gesamtheit kann man sagen, dass Papst Franziskus eine frische Seele für seine Religion ist und trotz seiner teilweise sehr konservativen Standpunkte und Ansichten für eine Erneuerung innerhalb der katholischen Kirche eintreten könnte.

Clara Felsmann, Benedikt Sagurna und Clara Haas, St. Benno-Gymnasium Dresden

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