Die Journalisten von morgen

Bild zu Bautzen(Frances)Seit knapp einem Jahr treffen sich in der SZ-Lokalredaktion Bautzen jeden Donnerstag acht Schüler. Sie haben auch genaue Vorstellungen, worüber sie berichten wollen.

Die aktuelle Ausgabe der Sächsischen Zeitung liegt in der Mitte des Tisches. Es wird gelesen, geschrieben, aber vor allem wird viel gelacht. Die Atmosphäre ist locker. So sieht ein typischer Nachmittag bei der Schüler-SZ in der Lokalredaktion Bautzen aus. „Bei uns ist es immer lustig und wir haben alle Spaß am Schreiben“, sagt die 15-jährige Gymnasiastin Nadin.

Seit etwa einem Jahr treffen sich die acht Schülerinnen und Schüler einmal in der Woche, um gemeinsam Zeitung zu machen. „Wir üben ganz unterschiedliche Dinge. Zum Beispiel schreiben wir kleine Geschichten, um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen. Das ist wichtig“, erklärt Miriam Schönbach. Sie selbst ist als freie Journalistin für die SZ tätig und steht den Jugendlichen bei Fragen zur Seite. Besonders gern erinnern die sich an die vielen Geschichten, denen sie schon nachgegangen sind. „Wir haben mal einen Artikel über Geocaching geschrieben. Das ist wie eine Art elektronische Schnitzeljagd. Das hat Spaß gemacht“, sagt die 18-jährige Josephin. Auch ein Interview mit dem Landrat Michael Harig haben einige der Schüler schon geführt. „Das war schon spannend. Es ging darum, ob man aus der Oberlausitz wegziehen oder doch bleiben sollte. Wir haben uns richtig damit auseinandergesetzt“, sagt die 18-jährige Abiturientin Jule. Sie ist an ihrer Schule bei der Schülerzeitung sogar Chefredakteurin. „Ich will, dass die Menschen mitdenken und sich engagieren. Es wäre toll, wenn ich durch meine Artikel auch etwas in der Gesellschaft bewegen könnte“, sagt sie.

Aber Jule ist nicht die einzige, die schon erste journalistische Erfahrungen sammeln konnte. Nadin hat bereits Artikel für die SZ geschrieben. Die 15-jährige Teresa ist ebenfalls an ihrer Schule die Chefredakteurin der Schülerzeitung. Und der 16-jährige Max aus Radibor, der der einzige Junge in der Gruppe ist, hat auch schon öfter für die sorbische Zeitung Texte verfasst.

Besonders wichtig sind den Jugendlichen dabei Themen, die sie selbst interessieren. „Ich finde es toll, über interessante Menschen zu schreiben“, sagt die 17-jährige Sophia. „Auch Kultur ist wichtig. Zum Beispiel mal eine lokale Band vorstellen. Da gibt es schon viele, die gut sind“, ergänzt Jule. Ihre Ideen können sie zum Teil in den aktuellen Ausgaben der SZ umsetzen. Denn die Schüler schreiben jede Woche die Veranstaltungstipps für die Lokalausgabe Bautzen. Und auch andere Artikel von ihnen erscheinen regelmäßig in der SZ. Zum Beispiel berichtete Max über eine Schülerin aus Jessen in Sachsen-Anhalt, die ihr „Auslandsjahr“ am Sorbischen Gymnasium macht.

Worauf die Jugendlichen bei ihren Texten achten müssen, erklärt ihnen Miriam Schönbach. „Wir besprechen vorher, welche Fragen man stellen könnte und gehen die Artikel auch noch mal gemeinsam durch, wenn sie fertig sind“, sagt sie. Die Journalistin findet das Engagement ihrer Schüler toll. „Ich ziehe meinen Hut davor, dass wirklich alle jede Woche hier auftauchen. Denn sie haben auch viele andere Verpflichtungen. Das zeigt, wie ernst sie die ganze Sache nehmen“, sagt sie.

Jule und Sophia haben gleich eine Erklärung dafür. „Wir sind hier mit Leuten zusammen, die genauso gern schreiben wie wir. Die hätten wir vielleicht so nie getroffen. Man lernt viel voneinander und wir alle kennen uns schon richtig gut. Gehen auch mal zusammen Eis essen“, sagen die beiden. Und in einem Punkt sind sich fast alle einig. Sie wollen später als Journalisten arbeiten. Von Frances Scholz

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