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Druck aus Leipzig

Eine neue Wochenzeitung soll die Medienlandschaft in Leipzig bereichern. Doch derzeit werben die Gründer noch um Abonnenten.

 

Von David Berndt

 

Um Journalist zu werden, oder auch zu bleiben, gibt es verschiedene Wege. In Leipzig haben jetzt Menschen „einfach“ ihre eigene Zeitung gegründet, die Leipziger Zeitung (LZ), mit dem Schwerpunkt auf lokalen und regionalen Themen.

Mit Ausgabe Null ist am 20. März der erste Titel dieser zukünftigen Wochenzeitung erschienen; gedruckt, auf Papier, zum Anfassen und Blättern.

LZ_Titelseite

Titelseite der Ausgabe Null der Leipziger Zeitung.

 

Gerade das Format ist aber erstaunlich, in Zeiten sinkender Abo-Zahlen von Printmedien und steigendem Einfluss von Online-Medien ist dieser Schritt überraschend. Die drei Gründer und Geschäftsführer der LZ, Cesare Stercken, Robert Dobschütz und Moritz Arand, haben sich bewusst für ein Printmedium entschieden, auf der Titelseite und in einem Editorial der Ausgabe Null erklären sie ihre Motive.

So brauche Leipzig eine neue Zeitung und eine Wochenzeitung sei die ideale Form, um die dortige Medienlandschaft zu ergänzen. Die Gründung der LZ sei „nicht aus romantischer Schwärmerei [entstanden], sondern weil eine gedruckte Wochenzeitung ein Mindestmaß an Ruhe und Besinnung herstellen kann, um sich vertiefend mit Themenschwerpunkten auseinanderzusetzen“, heißt es.

Dass auch die LZ nicht allein auf eine gedruckte Wochenzeitung setzen kann, versteht sich von selbst. Durch eine Kooperation mit der Leipziger Internet Zeitung wollen die Gründer der LZ ihre Print-Inhalte ergänzen. Das Internet sei schließlich kein Ersatz des gedruckten Wortes und die LZ kein Gegner digitaler Medien. In Sachen sozialer Medien arbeitet die LZ mit Facebook und Twitter.

Die spannendsten Fragen können aber im Moment auch die Gründer der LZ nicht konkret beantworten; wie geht es weiter? Was kommt nach Ausgabe Null, und vor allem wann? Noch bis zum 30. April ist die LZ dabei, Abonnenten zu werben, um die Finanzierung der Zeitung zu sichern. Ende Mai könnte dann Ausgabe 1 erscheinen.

Über 1.100 Menschen haben bislang Ausgabe Null gekauft. Der Abozähler auf der LZ-Homepage steht bei über 780. In der Aprilausgabe des Medienmagazins journalist heißt es, dass die Zielmarke bei 5.000 Abos liege. Moritz Arand, einer der drei LZ-Gründer, sei sich sicher, „dass wir bis zum Stichtag genügend Abonnenten haben werden.“

 

 

Noch bis Ende April veranstaltet die LZ Lesekonferenzen, um mit Leipzigern und anderen Interessierten ins Gespräch zu kommen über Lokaljournalismus und die geplante Wochenzeitung. Bleiben noch 15 Tage, um über 4.200 Abos an die Leser in Leipzig zu bringen.