Radeberg

Lernen, um zu vergessen?

„Kurz nach dem Abitur habt ihr euren höchsten allgemeinen Wissensstand. So viel werdet ihr später nie mehr wissen.“

Eine interessante These unseres Deutschlehrers, wissenschaftlich bewiesen. Aber heißt das nicht: Man lernt, um dann gleich wieder zu vergessen? Und wenn man danach studiert, weiß man also weniger? Ist es also überhaupt sinnvoll, in der Schule so viel zu lernen?

Meiner Meinung nach sollte man als Schüler schon viel eher die Möglichkeit bekommen, sich auf ein bestimmtes Gebiet wie Naturwissenschaften, Sprache oder Kunst zu spezialisieren. Und zwar nicht, indem sie noch zusätzliche Profilstunden aufgebrummt bekommen, sondern in dem man unwichtige Themen wegfallen lässt.

Eine gewisse Allgemeinbildung ist zwar wichtig, jedoch muss man nicht Dinge lernen, die man zwei Wochen nach der Abiprüfung schon wieder vergessen haben wird. Ich bin mir sicher, das brächte Vorteile für alle. Die Schüler wären motivierter, aufmerksamer und weniger frustriert, da sie der Stoff interessiert und ihnen das Lernen somit leichter fällt.

Zur Folge hätte das eine geringere Schulstundenanzahl, das könnte das Problem des Lehrermangels mindern. Schülern wie Lehrern würde es ein wenig mehr Schlaf am Morgen beschaffen, was sich wiederum positiv auf die Leistungen der Schüler auswirken könnte.

Allerdings wäre ein Wechsel der Fachgebiete schwierig, vor allem wenn man erst nach der Schulzeit merkt, dass einem die Richtung doch nicht so liegt. Die schwierige Aufgabe liegt also bei der Mischung. Was ist noch Allgemeinwissen und was ist schon Spezialwissen? Oder sollte sich jeder Schüler seine Themen selbst heraussuchen? Das wäre wahrscheinlich zu viel verlangt.

Aber ein paar Änderungen könnten unserem Schulsystem sicher nicht schaden. Denkt mal drüber nach!

Franz Martin, Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasium Großröhrsdorf

Lernen um zu vergessen

„So viel werdet ihr später nie mehr wissen“, sagt der Deutschlehrer. Lernen wir also, um zu vergessen? Foto: dpa