Vergeht den Deutschen das Lesen?

Heutzutage kann jeder ein Buch drucken lassen, meist in kleinen Auflagen. Das große Angebot überfordert manche Leser, denn die Auswahl des passenden Buches fällt immer schwerer. Diese Gefahr besteht auch bei den modernen Medien.  Bei langweiliger oder schwer verständlicher Lektüre sowie Einheitsbrei vergeht so manchem die Lust aufs Lesen. Gut geschulte Bibliothekare oder Buchhändler sollten bei Unsicherheiten beratend genutzt werden.

Tatsache ist: Jeder vierte Deutsche liest keine Bücher, das hat die Stiftung Lesen in einer Studie festgestellt. Und nur 36 Prozent der Einwanderer, die richtig Deutsch sprechen können, lesen Bücher.

Die jüngste Studie hat ergeben, dass drei Prozent der Bevölkerung Viel-Leser geblieben sind. Als Viel-Leser werden Leute bezeichnet, die mehr als 50 Bücher im Jahr lesen. Gelegenheitsleser dagegen nehmen gern  Tipps von  Bekannten oder aus der Werbung an. Man will ja mitreden können. Ein Beispiel ist „Harry Potter“. Mancher Leser ist enttäuscht von der späteren Verfilmung, da er sich in seiner Phantasie die Geschichte bildlich vorgestellt hat.

Immer mehr Menschen lesen die Bücher Stück für Stück, also nur in der Bahn oder im Bus, auf dem Weg zur Arbeit oder auf dem Weg nach Hause.

Menschen, die in ihrer Kindheit außerhalb der Schule kein Buch gelesen haben, lesen meist auch als Erwachsene nicht. Eltern sollten ihren Kindern deshalb Bücher anbieten und ihnen vorlesen. So lernen die Kinder dieses interessante und lehrreiche Medium zu nutzen. Computerspiele und Fernsehen rauben besonders Kindern heute viel zu viel Zeit. Lesen dagegen wirkt sich positiv auf die Rechtschreibfähigkeit, das Textverständnis und die Allgemeinbildung aus, auch das haben Studien bewiesen.

Viele Menschen haben oder nehmen sich allerdings nicht die Zeit, um Bücher zu lesen. Hoffnung macht die Gruppe der Rentner: Sie haben Zeit zu lesen – und werden in den nächsten Jahren immer mehr.

Handys, Tablets und der Computer werden das Buch langsam aber sicher verdrängen. Durch das Internet brauchen die Menschen keine teuren Lexika mehr, sie sehen lieber bei Wikipedia, Google und Co. nach. Alle modernen Medien bieten Apps an, mit denen man kostenlos Bücher downloaden kann. Bücher sind teurer, und die meisten Menschen lesen ein Buch nur einmal. Bücherregale benötigen außerdem viel Platz in der Wohnung. Viele Leser und auch Studenten nutzen deshalb gern das umfangreiche und günstige Angebot der Bücherei.

Experten weisen diese Argumente jedoch zurück. Sie sagen: Der Computer wird die Lesekultur in Deutschland nicht zerstören. Viele Menschen verzetteln sich am Bildschirm und halten ein echtes Buch für übersichtlicher, glaubwürdiger und wertvoller. Außerdem ist es doch so: Menschen stillen ihre natürliche Neugier beim Lesen. Der Erfolg der Leipziger Buchmesse bestätigt das große Interesse an guten Büchern. 

Henrik Müller, F.-Sauerbruch-Gymnasium Großröhrsdorf, Klasse 9b 

(Quelle: http://www.zeit.de/online/2008/50/lesen-studie)

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