Warum Medienpädagogik wichtig ist

Heutzutage gibt es fast keinen Haushalt in Deutschland mehr, der keine Medien wie Zeitung, Fernsehen oder Internet nutzt. Doch nehmen wir die Medienwelt um uns herum eigentlich bewusst war? Oder lassen wir uns nur von den Medien berauschen und beeinflussen? Manche Medien versuchen uns immer wieder, bewusst oder unbewusst, ein bestimmtes Meinungsbild zu vermitteln. Darum ist es wichtig, die Meinung der „Welt“ kritisch zu betrachten. Auch sollte man hinterfragen, was eigentlich bei der Produktion von Beiträgen für die Medien passiert, um sich im Umgang mit diesen zu schulen und ein Verständnis herzustellen. Besonders Kinder sind empfänglich für die teilweise einseitige Meinung der Medien.

Deshalb gibt es Einrichtungen, die sich auf das Gebiet der Medienpädagogik spezialisiert haben. Doch was genau ist das eigentlich, Medienpädagogik? 

Medienpädagogik beschäftigt sich mit allen erzieherischen Fragen rund um das Thema Medien. Dabei geht man vor allem auf die Bereiche Mediendidaktik (Funktion und Bedeutung von Medien in Lehr- und Lernprozessen), Medienerziehung (reflektierender Medienkonsum, kritischer Umgang mit Medienangeboten) und informationstechnische Bildung (Aufbau von Medienkompetenz und Medienwissen) ein.

Weil Kinder und Jugendliche anfälliger für den Meinungszwang der Medien sind, hat zum Beispiel die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien, kurz SLM, die SAEK (Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanäle) ins Leben gerufen. Diese ermöglichen es besonders Heranwachsenden, Medien zu verstehen und den Umgang mit Film- und Tontechnik zu erlernen. Dazu stehen in den meisten Einrichtungen Tonstudios, Computer und Aufnahmegeräte zur Verfügung.

Gesetzmäßigkeiten erkennen

Wir haben ein Interview mit Herrn Golinski geführt, dem Leiter des ehemaligen schulischen SAEK im St. Benno-Gymnasium Dresden. Diese Zweigstelle musste leider aufgegeben werden, da es in Dresden zu diesem Zeitpunkt zwei Einrichtungen gab. Doch die Schule konnte sich für das Studio stark machen und schaffte es, die Räume und Technik den Schülern und Gästen zu erhalten. Heute betreut Herr Golinski das Studio als freischaffender Medienpädagoge. Er sagte uns, dass es wichtig sei, sowohl Medienkompetenz zu erwerben als auch Medien zu beurteilen. Also nicht nur zu konsumieren, sondern auch ganz bestimmte Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und in der Lage zu sein, sich selbst ein Urteil über Medien zu bilden, auf der anderen Seite natürlich auch selbst Medien zu machen und umzusetzen.

Es gibt aber noch andere Einrichtungen in Dresden, die sich mit dem bewussten Umgang mit Medien auseinandersetzen, wie beispielsweise die Medienwerkstatt Dresden e.V. Die Mitarbeiter erklärten uns ihr Anliegen so: Durch die Produktion und das Erlernen der einzelnen Produktionsschritte versteht man Medien in ihrem Ursprung besser und ist dadurch nicht nur unwissender Konsument.

Um diese Ziele zu verwirklichen, haben die jeweiligen Einrichtungen bestimmte Programme entwickelt, um Kinder und Jugendliche zu schulen. Diese basieren meist auf der Produktion eines Mediums, um besser darüber reflektieren zu können und dabei das Medium für sich zu erkennen und verstehen. Neben den SAEK gibt es auch noch die Medienwerkstatt und den Medientraktor. Diese bieten für Schulen ein an die sächsischen Lehrpläne angepasstes Programm an. Nun liegt es an den Schulen und Bildungseinrichtungen, in Sachen Medienkompetenz für ihre Schüler zu sorgen. 

Martin Funke und Tim Appelt, St. Benno-Gymnasium Dresden

Golinski

Der Medienpädagoge Herr Golinski im Tonstudio im St. Benno-Gymnasium Dresden.

www.medienkulturzentrum.de

www.schulkino.de 

www.medientraktor.de

www.medienwerkstatt-dresden.de

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