Beruf: Schlussmacher

Fast jeder kennt die Situation: Man ist unzufrieden mit dem Partner in der Beziehung. Doch wie erspart man sich das ganze Herzschmerzdrama? Ganz einfach, man engagiert jemanden, der einem für Geld diese äußerst unangenehme Aufgabe abnimmt. Genau diese Idee hat Matthias Schweighöfer in seiner neuen Filmkomödie „Schlussmacher“ umgesetzt, bei dem er nicht nur Regie geführt hat, sondern auch die Hauptrolle übernommen hat: Er spielt Paul, den Angestellten einer Trennungsagentur. Seine Aufgabe ist es, als „Schlussmacher“ Paare zu trennen.

Nur noch elf Trennungen, dann hat er endlich das 1000. Paar getrennt, und dem nächsten Karriereschritt steht eigentlich nichts mehr im Weg: Er will Partner der Trennungsagentur werden. Doch dass der unbeholfene Toto, der Freund einer seiner Klientinnen (Kathi), ihn so aus dem harten Geschäftsleben bringen kann, hätte er nicht erwartet.

Kathi ist eigentlich ganz zufrieden in der Beziehung mit Toto. Da ihr Vater die Beziehung aber nicht akzeptieren will, lässt sie sich breitschlagen, Paul als Schlussmacher zu engagieren. Anstatt die Trennung akzeptieren, dreht der ohnehin schon sensible Toto völlig durch. Er will sich sturzbetrunken vom Hochhaus stürzen. Paul kann ihn gerade noch davon abhalten und lässt ihn bei sich wohnen. Letztendlich nimmt Paul ihn mit auf seine Trennungs-Tour quer durch Deutschland, auf der der frisch Verlassene dem professionellen Schlussmacher immer wieder bei der Arbeit dazwischenfunkt…

Der ganze Inhalt ist als witzige Komödie verpackt, was für einen Film von Matthias Schweighöfer eigentlich nichts Besonderes ist. Bei diesem Film sticht allerdings die besonders interessante Figurenauswahl heraus. So zeigt der eher naive, schüchterne Toto dem selbstbewussten Paul, dass es sich lohnt, für die Liebe zu kämpfen. Paul ist zwar ein „Schlussmacher“ und handelt, als hätte er ganz viel Ahnung von Beziehungen, kann aber in Realität nicht mal eine eigene führen.

Zum Ende hin immer schwächer

Der Film beginnt stürmisch und humorvoll, hält dies auch eine Weile aufrecht, es kommen ungeahnte Überraschungen hinzu. Mit der Zeit lernt man die Figuren richtig kennen und erfährt zuvor verborgene Geheimnisse. Doch zum Finale hin nimmt der Film plötzlich stark ab, so als seien den Autoren die Ideen ausgegangen. Man scheint alles möglichst schnell, einfach und unkompliziert beenden zu wollen – wie eben bei einer Trennung.

Während Matthias Schweighöfer mal wieder sich selbst spielt, liefert Milan Peschel als der naive und anhängliche Toto eine super Performance ab, die die Mundwinkel der Zuschauer nach oben gehen lässt. Des weiteren ist die Kameraführung fast mit der eines Hollywood-Films zu vergleichen. Was mir besonders gefallen hat, ist die Musikauswahl, die optimal für die Szenen getroffen wurde.

Auch wenn der Film zum Schmunzeln ist, hat man bei den meisten Pointen das Gefühl, man hätte diese schon einmal gesehen oder gehört. Ich konnte ab der Hälfte nicht mehr darüber lachen, da ich mir vorkam, als würde ich aller zehn Minuten ein Déjá-vu erleben. Außerdem hat mir der Realismus gefehlt, da ich die Geschichte als sehr weit hergeholt empfinde. Auch die dauernde Schleichwerbung war ein wenig lästig. Fast in jeder Szene war unverkennbar eine Automarke oder Handymarke zu erkennen.

Jeder der einen Film zum Zeitvertreib an einem langweiligen Sonntag sucht, findet mit dem „Schlussmacher“ das Richtige. Möchte man allerdings einen Film mit Biss, sollte man sich lieber etwas anderes suchen.

Marie Luise Müller, Humboldt-Gymnasium Radeberg, Klasse 9l

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