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Hamburg, meine Perle

Hamburg. Tor zur Welt, zweitschönste Stadt an der Elbe – nach Dresden natürlich – und für einen Monat die Heimat von fünf Volontären und freien Mitarbeitern der Sächsischen Zeitung und der Morgenpost. Ein kurzer Bericht über vier anstrengende, spannende, aber auch lustige Wochen an der Henri-Nannen-Schule.

Wenn es so etwas wie eine Elite-Schule für junge Journalisten in Deutschland gibt, dann ist es die Henri-Nannen-Schule (HNS) in Hamburg. Aus tausenden Bewerbern siebt eine Jury, bestehend aus bekannten Journalisten, in einem harten Auswahlverfahren die 20 Besten heraus. Die lernen dann in 18 Monaten alles, was man als guter Journalist können muss. Und zwar unter dem Motto: „Qualität kommt von Qual“. Dieser Spruch, des ehemaligen Schulleiters Wolf Schneider, ist auf einem Schild im Seminarraum für alle gut sichtbar angebracht. Doch die Qualen lohnen sich. Absolventen der HNS landen nach Abschluss beispielweise bei Spiegel, Stern, Zeit oder Geo.

Es ist also schon fast eine Ehre, hier Lernen zu dürfen – auch wenn es nur für vier Wochen ist. Dass in diesem Monat kaum Langeweile aufkommen wird, war mir spätestens beim ersten Blick auf den prall gefüllten Stundenplan klar. Unterricht in Recherche, Meldungen, Reportagen und Interviews – all das und vieles mehr erwartete mich und meine Kollegen – ein wild zusammengewürfelter Haufen aus Volontären, Freien und Redakteuren von „SZ“, „Morgenpost“, „Spiegel Online“, „Impulse“, „Gala“, „11 Freunde“ und sechs Austauschschüler aus der Schweiz.

Tagsüber lernten wir, worauf es bei einer/einem guten Meldung/ Reportage/ Interview/ Rezension/ Überschrift ankommt, brüteten über eigenen Texten und diskutierten über die aktuellen Nachrichten. Wir lachten über unsere missglückten Schreibversuche und kritisierten oder lobten die unserer Mitschüler. Abends jubelten wir den deutschen Mannschaften in der Champions League zu, schauten gemeinsam Tatort oder erkundeten Hamburg. So wurde aus dem zusammengewürfelten Haufen, schnell eine eingespielte Truppe, die diesen Monat und das in dieser Zeit Gelernte bestimmt nicht so schnell vergessen wird.

von Marco Henkel