24 Stunden am Puls der Zeit

Ein Tag bei der SZ: Wie aus einer Nachricht eine Nachricht wird

8 Uhr: Die Sächsische Zeitung wacht auf.

Die beiden Online-Redakteurinnen Caroline Pollmer und Anja Sohrmann fahren ihre Rechner im zentralen Newsroom hoch – hier laufen alle Nachrichten des Tages zusammen. Caroline wird in den kommenden Stunden vor allem das aktuelle Weltgeschehen nach interessanten Ereignissen für die SZ durchforsten, wird die Agenturen nach Meldungen checken und schauen, ob schon Berichte der Dresdner Polizei und Feuerwehr vorliegen. Anja kümmert sich währenddessen um die sozialen Netzwerke: Alle halbe Stunde versendet sie bei Twitter einen Tweet, alle zwei, drei Stunden kommt ein neuer Post bei Facebook und den VZ-Netzwerken dazu – damit die Community auf die neuesten Meldungen bei sz-online aufmerksam wird. Nebenbei verfolgen sie bei den Nachrichtensendern live das Weltgeschehen, um keine News zu verpassen.

Heute schickt die Agentur Brennpunktfotos einer wilden Verfolgungsjagd bei Bannewitz. Die Bilder gehen sofort online. Den Tag über werden die Onliner mitverfolgen, wie oft der Artikel angeklickt wurde.

10.30 Uhr: Die Sächsische Zeitung schaut auf die Welt.

Die Ressortleiter treffen sich zu einer ersten Konferenz im Newszroom. Heute wird der Friedensnobelpreis verliehen – das bestimmende Thema des Tages. Chefredakteur Uwe Vetterick geht gemeinsam mit den Redakteuren aus Politik, Wirtschaft, Sachsen, Dresden und von Online die Themen des Tages durch. Geht der Friedensnobelpreis vielleicht sogar auf Seite eins? Online-Chef Mirko Jakubowsky schlägt die Verfolgungsjagd in Bannewitz vor. Politik-Chefin Karin Schlottmann ist dagegen für die Nominierung von Münchens Oberbürgermeister Christian Ude zum SPD-Spitzenkandidaten in Bayern, aus der Stadtredaktion kommt die Sanierung des Lingnerschlosses als mögliches Thema und die Wirtschaft bietet Probleme mit neuartigen Bierflaschen an. Alle Geschichten klingen spannend.

Grünes Gewölbe: Blick in den Newsroom der SZ

Grünes Gewölbe: Blick in den Newsroom der SZ

12 Uhr: Die Sächsische Zeitung trifft Entscheidungen.

Die große Mittagskonferenz steht an. Um 11.04 Uhr ist die Entscheidung über den Friedensnobelpreis gefallen: Es werden drei Frauenrechtlerinnen aus Afrika und Nahost geehrt. Keine wirklich geeignete Geschichte für den Aufmacher auf der ersten Seite.  Der stellvertretende Chefredakteur Olaf Kittel schlägt die neue elektronische Lohnsteuerkarte vor. Peu à peu werden alle Seiten durchgeplant. Welche Meldungen schaffen es auf die Titelseite?

Auch im Online-Ressort wird eine vorläufige Bilanz gezogen: Die Meldung über die wilde Verfolgungsjagd auf sz-online.de wurde bis um 11 Uhr schon 4561 angeklickt. Am Ende des Tages wird sie als Kellermeldung auf der Sachsen-Seite landen.

16 Uhr: Die Sächsische Zeitung kommt auf Hochtouren.

Die letzte Konferenz für heute. Nun ist klar, was der Aufmacher wird: ein Bericht von Leben-&-Stil-Redakteur Andreas Rentsch über das Thema “Deutsche essen gern billig”. Es geht darin um eine groß angelegte Studie, bei der Wissenschaftler herausgefunden haben, dass beim Lebensmittelkauf für die Deutschen die Kosten entscheidend sind. Der Friedensnobelpreis bekommt auch seinen Platz: Als kleinere Meldung unter dem Aufmacher und als Kommentar in der rechten Spalte auf der Titelseite. Die restlichen Seiten werden festgezurrt: So soll auf der Reportage-Seite drei eine Geschichte über eine Hühner-Fabrik von Wiesenhof erscheinen, in der Kultur ein Aufmacher über den Jungautoren Jan Brandt, in der Wirtschaft noch ein Keller über Uli Hoeneß und im Panorama die Simpsons, Paul Kalkbrenner und Roy Black.
Online-Chef Mirko Jakubowsky stellt die heute am meisten geklickten Artikel vor: Ein Gespräch mit – ebenfalls – Uli Hoeneß über Sachsentümelei und, wie zu erwarten war, die wilde Verfolgungsjagd durch Bannewitz.

20 Uhr:  Die Sächsische Zeitung steht im Stress.

Die Zeitungsseiten füllen sich, es wird an den Überschriften gefeilt, die aktuellsten Fotos ins Blatt gehoben, die Korrekturleser machen sich auf die Suche nach Fehlern. Die Online-Redakteure verlassen gegen 21 Uhr das Haus der Presse – die Arbeit geht von zu Hause aus weiter. Das Internet steht nie still – deshalb wird sz-online auch nachts noch einmal aktualisiert.

24 Uhr: Die Sächsische Zeitung macht bald das Licht aus.

Im Newsroom wacht der Spätredakteur über das Weltgeschehen und aktualisiert bis Mitternacht die Zeitung von morgen. Auch im Sportressort brennt noch Licht: Sportchef Uwe Wicher, der heute Spätschicht hat, bringt die neuesten Fußballergebnisse ins Blatt. Die Sportredakteure warten alle Europapokal- oder Länderspiele ab, sodass die Ergebnisse noch in die aktuelle Ausgabe kommen. Doch bei der SZ ist irgendwann mal der Tag zu Ende. Und so übergibt der Schlussredakteur die letzten Seiten an die Druckerei und macht 24 Uhr oder auch manchmal etwas später das Licht aus. Im Haus der Presse herrscht nun Ruhe – bis zum nächsten Morgen, wenn die SZ wieder erwacht.

Notiert von Christian Dittmar.

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