Radeberg

Die scheue Medaillenjägerin

Bei der Biathlon-WM in Nove Mesto holte Tora Berger in allen sechs Disziplinen eine Medaille, vier goldene und zwei silberne. Doch die norwegische Biathletin hat auch schon einen herben Rückschlag erlebt. Im März 2012 sprach die 31-Jährige zum ersten Mal öffentlich über ihre schwere Krankheit: 2009 hatten die Ärzte bei der Sportlerin einen bösartigen Hautkrebs festgestellt. Da die Krankheit sehr früh erkannt wurde und die Operation gut verlief, konnte Tora Berger schnell wieder in den Weltcup einsteigen.

„Ich war geschockt“, sagt die Sportlerin. „Mit Mitte 20 denkt man, das Leben wird ewig weitergehen. Dann wacht man auf und weiß, dass es nicht so ist.“

Tora Bergers sportlicher Durchbruch kam bei Olympia 2010 im kanadischen Vancouver. Bis dahin hatte sie nur fünf Einzelsiege im Weltcup geholt, und WM-Silber war ihr größter Erfolg. In Kanada gewann Berger Gold im 15-Kilometer-Einzelrennen.

Die Norwegerin hat das Zeug zum Star, doch den Trubel um ihre Person ist sie nicht gewohnt. Am liebsten zieht sie sich in die einsamen Wälder Norwegens zurück und geht mit ihrem Hund jagen. Die Top-Biathletin gilt als scheu, Fragen in Interviews beantwortet sie sehr knapp. „Die Frau hat Humor!“, sagt der norwegische Trainer Egil Gjelland. Die Medien bezeichnen sie oft als „Kampfschwein“. Ein sehr gefürchtetes sogar, weil sie auf der Strecke beißen kann wie kaum eine andere. Doch sie macht nur ihren Job, und das ist ihr Schlüssel zum Erfolg.

Aber nach der Olympiade 2014 im russischen Sotschi soll Schluss sein. Dann will sie in den Wäldern Norwegens verschwinden.

Sarah Eisold, Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasium Großröhrsdorf, Klasse 9c

Projekt „Schüler und Zeitung“

Tora Berger

 Foto: dpa