Selbstversuch: Eine Woche ohne Internet

Facebook, Twitter, YouTube – sie alle sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Egal ob in der Bahn, im Café oder im Urlaub: Dank Smartphone und Notebook sind wir überall und jederzeit online. Für viele ist ein Tag ohne Internet gar nicht mehr vorstellbar. Ich will es eine ganze Woche versuchen. Eine Woche ohne Mails, YouTube-Videos, Google und Co.

Am 11. März ist es soweit: Ich kappe alle Kabel und muss von da an offline mein Dasein fristen. Ich, 17, gehöre zur Internet-Generation. Ich habe nie Ferngespräche bei der Post führen müssen oder Fotos in Dunkelkammern belichtet. Vielmehr bin ich praktisch rund um die Uhr online. Ich bin ständig mit meinen Freunden vernetzt – und das finde ich gut so.

Schon nach dreieinhalb Stunden machen sich erste Entzugserscheinungen breit. Mir fehlt die Kommunikation mit Freunden über Facebook. Auch während der restlichen Tage fehlen mir die täglichen Videos auf YouTube und der Nachrichtendienst Twitter. Die Kommunikation mit meinen Freunden schläft zeitweise komplett ein.

Als ich zum ersten Mal Informationen für die Schule brauche, stehe ich erneut vor einer Hürde. An einem anderen Tag hätte ich einfach Google angeschmissen. Aber heute geht das nicht. Das Beschaffen der nötigen Informationen ist ohne Internet deutlich mühseliger. Sogar meinen Bibliotheksausweis muss ich wieder hervorkramen.

Die sieben Tag ziehen sich. Abgetrennt von der Flut an Informationen habe ich dauerhaft das Gefühl, irgendetwas zu verpassen. Jede Nachricht scheint mich viel später zu erreichen.

Aber ich habe während meines Selbstversuchs nicht nur Schlechtes erlebt. Ich hatte wieder Zeit, oft und viel zu lesen. Auch hat sich mein komplettes Denken geändert, da ich nicht mehr, wenn ich nicht mehr weiter wusste, einfach Google benutzen konnte. Ich wurde über die Tage kreativer und nahm mir für alles mehr Zeit.

Alles in allem kann ich sagen, dass die Zeit ohne Internet auszuhalten war. Ich stand nicht mehr unter dem ständigen Druck, nichts verpassen zu dürfen. Wer eine Auszeit von dem alltäglichen Wahnsinn möchte, dem kann ich ein oder zwei Tage offline wärmstens empfehlen.

Sebastian Klenke, BSZ Kamenz, IW 11

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