Wie die Papst-Wahl abläuft

Die Welt hat einen neuen Papst! Es ist der Argentinier Jorge Mario Bergoglio, der erste Papst aus Lateinamerika.

Im Februar 2013 trat der bisherige Papst, Benedikt XVI., zurück. Der Grund: Er fühle sich „aufgrund des vorgerückten Alters nicht mehr in der Lage, in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben“. Angeblich waren es auch gesundheitliche Gründe, die ihn zu diesem Schritt bewogen. Papst Benedikt XVI., mit bürgerlichem Namen Joseph Aloisius Ratzinger, ist der erste seit mehr als 700 Jahren, der das Amt als Oberhaupt der katholischen Kirche  niederlegte. Bei seinen Vorgängern beendete meist der Tod die Amtszeit. Er ist jetzt emeritierter Papst, das heißt, er befindet sich im Ruhestand.

Das Ritual der Papstwahl, das Konklave, beruht auf alten Traditionen und ist höchst faszinierend. Alle wahlberechtigten Kardinäle – wahlberechtigt ist, wer am Rücktrittstag des katholischen Oberhaupts unter 80 Jahre ist -, werden in die Sixtinische Kapelle in Rom eingeschlossen. Sie dürfen keinerlei elektronische Geräte wie Mobiltelefone und Aufnahmegeräte mitnehmen oder benutzen. Auch die Kirche selbst wird vorher auf elektronische Wanzen oder andere Abhörgeräte untersucht, damit die Geheimhaltung der Wahl garantiert ist. Während der Wahl wohnen sämtliche Kardinäle in der Kapelle, die mit Zimmern und Bädern ausgestattet ist.

Nun wird gewählt. Um Papst zu werden braucht man eine sogenannte Zweidrittelmehrheit: Von 115 Kardinälen müssen mindestens zwei Drittel aller Beteiligten, also 77, für einen Kardinal sprechen. Deshalb finden meist mehrere Wahlgänge statt. An den darauffolgenden Tagen gibt es jeweils zwei Wahlgänge am Vormittag und zwei am Nachmittag. Nach drei Wahltagen gibt es einen Tag Pause. Stimmen bei einem Wahlgang weniger als zwei Drittel für eine Person, werden die Stimmzettel unter Zugabe einer Chemikalie (früher nahm man Pech) verbrannt und es steigt schwarzer Rauch aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle. Zeigt sich weißer Rauch, war die Wahl erfolgreich und ein neuer Papst wurde gewählt. Dann verkündet ein Kardinal mit den Worten „Habemus papam“ („Wir haben einen Papst“) den Namen des neuen Papstes. 

Nach nur fünf Wahlgängen wurde am 13. März 2013 der jetzige Papst gewählt. Er nennt sich Franziskus I., nach dem Heiligen Franz von Asissi, der ein Leben in Armut führte.

Ole Jacob, Ferdinand-Sauerbruch-Gymnasium Großröhrsdorf

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