Zwischen Supermarkt und Lebenshilfe

CAPJeder kennt die Supermärkte von nebenan, aber was hinter manchen steckt, weiß kaum einer. Die CAP-Märkte sind zwar auf den ersten Blick ganz normale Läden, aber wenn man hinter die Fassade guckt, erkannt man, welche Tragweite das Ganze wirklich hat. Die Märkte sind nicht auf höchsten Profit angesetzt, sondern wollen das Einkaufserlebnis wirklich für jedermann angenehm machen, egal ob jung oder alt. Sie liegen oft in großen Wohngebieten und sind leicht für jeden zu Fuß zu erreichen.

Eine der großen Besonderheiten, die man in fast keinem anderen Supermarkt findet, ist das begleitete Einkaufen für ältere Menschen, die sich nicht mehr in der Lage fühlen, alleine einzukaufen. Hier hilft ein Mitarbeiter, der den Kunden den ganzen Einkauf über begleitet. Er zeigt dem Kunden, wo er die gewünschten Produkte findet, und trägt diese auch – wenn gewünscht – bis zur Kasse. Für die Menschen, denen es nicht mehr möglich ist, ihren Einkauf alleine zu bewältigen, bieten die meisten CAP-Märkte, darunter auch die beiden in Dresden, einen kostengünstigen Lieferservice an.

Um uns ein eigenes Bild von der Kundenzufriedenheit zu machen, haben wir im Dresdner CAP-Markt an der Pillnitzer Straße eine Kundenumfrage durchgeführt. Dabei zeigte sich eine große Kundenzufriedenheit in einem Ausmaß, wie wir sie selbst nicht erwartet hatten. Jeder befragte Kunde war mit dem Einkaufserlebnis zufrieden, dabei wurde oft die auffällige Sauberkeit angesprochen. Oft wurden Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Mitarbeiter gelobt.

Konzept mit Auszeichnungen gekrönt

Weiterhin wurde deutlich, dass die Kunden die Auswahl an regionalen Produkten sehr zu schätzen wissen. Was uns auch überraschte, war das Beispiel eines Mannes, welcher ein bestimmtes Produkt suchte, das im Sortiment zu dem Zeitpunkt nicht vorhanden war – und die Reaktion eines Mitarbeiters, der es wie selbstverständlich bestellte.

Eine weitere Besonderheit aller CAP-Märkte sind die Mitarbeiter selbst. Denn in jedem der Märkte sind Menschen mit Behinderungen eingestellt. Dies ist eine der wenigen Möglichkeiten für diese Menschen, einen Arbeitsplatz außerhalb einer Behindertenwerkstatt zu finden. Unserer Meinung nach einer der besten Wege, Menschen mit Behinderungen in die Gesellschaft zu integrieren. Im CAP-Markt wird diesen Menschen ein fester Tagesablauf mit sicherem Einkommen geboten. Bei unserer Umfrage war ihr Feedback durchweg positiv. Im Einzelnen waren sie mit ihren Arbeitsbedingungen und den ihnen übertragenen Aufgaben sehr zufrieden und fühlten sich an ihrem Arbeitsplatz sehr wohl und gut aufgehoben.

Dieses Konzept wurde in den letzten Jahren auch mehrfach mit Auszeichnungen geehrt. Dazu zählen der „Handelsinnovationspreis“ der Handelskammer Deutschland, der „Rudolf-Freudenberg-Preis für soziale Unternehmen“ sowie des Qualitätszeichen „Generationsfreundliches Einkaufen“.

Wenn Sie also das nächste Mal etwas einkaufen wollen, überlegen Sie sich doch einmal, ob Sie nicht einen CAP-Markt in der Nähe haben, und überzeugen Sie sich selbst von der Qualität des Supermarktes und der Freundlichkeit der Mitarbeiter. Denken Sie daran, dass Sie mit jedem Euro, den sie dort lassen, nicht nur gute Produkte erhalten, sondern ganz nebenbei, aber nicht nebensächlich, behinderte Menschen unterstützen und Ihnen ein Leben ermöglichen, wie es auch jeder andere verdient hat.

Julius Fohrmann und Johannes Eulitz, St. Benno-Gymnasium Dresden, Klasse 10a

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