Landwirte werden zu Unrecht kritisiert

Immer öfter ist in der aktuellen Tagespresse zu lesen, dass den deutschen Bauern das Wohl der Umwelt und ihrer Tiere egal sei. Dies trifft jedoch nur auf die wenigsten Landwirte zu. In den Medien wird häufig ein falsches Bild vom Antibiotikaeinsatz und der Massentierhaltung gezeichnet. Ich denke: Echte Landwirte stehen mit großem Engagement hinter ihrer Arbeit stehen und gehen verantwortungsvoll mit ihren Tieren um. Sie werden oft zu Unrecht in die immer häufigeren Lebensmittelskandale hineingezogen. Um herauszufinden, ob das wirklich so ist, habe ich zwei Landwirte interviewt: Robert Gierth vom Landwirtschaftsbetrieb Gierth in Schmorkau und Erik Thijssen von der Thijssen Tierzucht GmbH in Grüngräbchen.

Robert Gierth half schon als Kind mit. Er interessierte sich schon früh für Pflanzen und Tiere. Deshalb stand für ihn von Anfang an fest, dass er später sein Geld als Landwirt verdienen würde. Heute züchtet er Rinder. Auch Erik Thijssen konnte sich schon damals seine Zukunft in der Schweinehaltung vorstellen. Die Dynamik im Schweinebereich faszinierte den niederländischen Schweinezüchter schon immer.

Als einzelne Unternehmer fühlen sich Gierth und Thijssen von der Bevölkerung akzeptiert, doch die gesamte Branche bekomme immer weniger Sympathien, sagen die beiden. Landwirte sollen hochwertige Lebensmittel zu günstigsten Preisen produzieren, bei gleichzeitig stetig weiter steigenden Kosten. Dies ist immer schwieriger realisierbar.

Antibiotika niemals prophylaktisch

Nur wenige Medikamente, die Gierth und Thijssen verwenden, enthalten Antibiotika. Antibiotika, so sagten sie mir im Interview, sei ein Mittel, um ein krankes Tier wieder gesund zu machen. Nicht mehr und nicht weniger. Früher habe man noch gar nicht bedacht, dass es durch den Einsatz von Antibiotika Probleme in der Humanmedizin durch Resistenzen geben könnte. Deshalb bekamen die Viehhalter die Aufgabe, den Einsatz zu reduzieren. Bis jetzt wurden große Fortschritte gemacht, erklärt Erik Thijssen: durch Qualitätsprogramme, die die Dokumentation über die Anwendung der Medikamente kontrollieren. Prophylaktisch würde Robert Gierth Antibiotika nie geben.

Beide Tierhalter suchen lieber nach anderen Möglichkeiten. Antibiotika verwenden sie nur, wenn es gar nicht anders geht. Dank besserer Haltungsbedingungen, vorbeugender Impfungen und täglicher Gesundheitskontrollen müssen sie Antibiotika nur noch sehr selten benutzen. Die Gesellschaft denkt über dieses Thema jedoch etwas anders. In den letzten Jahren haben vor allem die Gegner der Massentierhaltung immer wieder gesagt, dass Antibiotika massenhaft und oft ohne Grund verabreicht würden. Damit ist eine Sensibilität in Bezug auf dieses Thema entstanden, weswegen viele Leute denken, dass ihre Lebensmittel damit verseucht wären. Das sei falsch, sagt Erik Thijssen, denn jedes Medikament habe seine Karenzzeit, die eingehalten werden müsse. Landwirtschaftliche Betriebe würden strengstens kontrolliert, damit in ihren Produkten keine Medikamentenrückstände verbleiben.

Die Kritik vieler Menschen an der Massentierhaltung finden Gierth und Thijssen nicht berechtigt. Die Tierhaltung habe sich so entwickelt aufgrund der Bedürfnisse der Konsumenten. Außerdem komme es nicht auf die Anzahl der Tiere im Betrieb an, sondern auf die Haltungsbedingungen, meint Robert Gierth. Produzenten müssten immer mehr Tiere versorgen, um ihr Einkommen zu verdienen. „Das wird sich auch nicht ändern“, sagt Erik Thijssen. Der Niederländer bemängelt, dass diese Diskussion von Emotionen bestimmt sei, nicht von Fakten.

Sauen in Zukunft in Gruppen

Was haben die beiden in Ihren Betrieben zum Wohl der Tiere schon verändert? Robert Gierth baute vor zwei Jahren eine neue Kälberaufzuchtanlage, die nach den neuesten tiergesundheitsfördernden Erkenntnissen geplant wurde. Er sagt: „Die Technik wird immer mehr den Tieren angepasst, und nicht umgekehrt.“ Die Anlage ist auch so konstruiert, dass die täglichen Abläufe so arbeitseffizient wie möglich machbar sind. Das führte auch zu besseren Arbeitsbedingungen für Gierths Mitarbeiter. Und Erik Thijssen sagt, er prüfe vor jedem Umbau, ob es Verbesserungen gibt, die noch umgesetzt werden können. Obwohl auch hier die Meinungen über Tierhaltung auseinander laufen, probiert er, immer bessere Voraussetzungen zu realisieren. Aber am meisten tun die beiden für das Tierwohl, indem sie ihre Tiere täglich gut versorgen. 

Die Thijssen Tierzucht GmbH hat gerade den Umbau zur Gruppenhaltung der Sauen abgeschlossen. Der Landwirtschaftsbetrieb Gierth möchte einen neuen Rinderstall bauen, um eine zukunftsfähige, nachhaltige Milchproduktion zu gewährleisten. Dieser Stall soll mit modernster Technik ausgestattet sein, um den Milchkühen so viel Komfort wie nur möglich zu bieten.

Lisa Gierth, BSZ Kamenz, Klasse IW11

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