Ein neuer Western mit altem Prinzip

Der Film „Django Unchained“ erschien am 15. 12. 2012 in den USA und am 17. 01. 2013 in Deutschland. Regie führte Quentin Tarantino, er hat auch das Drehbuch geschrieben. Der Film befasst sich mit dem Sklavenhandel und der Sklavenmisshandlung zur Zeit des „Wilden Westen“. Dabei spielen die Unterdrückung der Schwarzen (im Film meistens als „Nigger“ bezeichnet), die Ungerechtigkeit der Weißen und das Spiel mit Menschenleben eine vorwiegende Rolle.

Django ist ein Sklave, der im Süden der Vereinigten Staaten lebt und auf einem Sklavenmarkt von seiner Frau Broomhilda getrennt wurde. Dr. King Schultz, ein deutscher Zahnarzt aus Düsseldorf, der als Kopfgeldjäger arbeitet, befreit Django aus einem Sklaventransport, um mit seiner Hilfe die Verbrecherbande Brittle Brothers zu töten. Django weiß, wie die Brittle Brothers aussehen, weshalb er für Dr. King Schultz Gold wert ist. Im Gegenzug verspricht er, Django die Freiheit zu schenken. Django steigt also vorübergehend in das Geschäft als Kopfgeldjäger bei Schultz ein.

Die Brittle Brothers arbeiten als Sklavenaufseher auf einer Plantage von Big Daddy. Dr. Schultz und Django spüren sie auf und töten sie, worüber der Besitzer der Plantage, Big Daddy, nicht sehr erfreut ist. In der nächsten Nacht mobilisiert der Plantagebesitzer weitere Plantagenbesitzer und deren Helfer. Mit Fackeln und Gesichtsmasken ausgerüstet reiten sie zum Nachtlager von Dr. Schultz, um ihn und Django zu töten. Die beiden haben das jedoch erwartet und den Wagen von Dr. Schultz mit Sprengstoff bestückt. Sie bringen diesen aus einer entfernten Beobachterstellung mit einem Gewehrschuss zur Explosion. Jedoch hat der Plantagebesitzer die Explosion überlebt weshalb Django ihn mit einem gezielten Gewehrschuss ausschaltet.

Überzeugende Schauspieler

Nach einiger Zeit ändert sich die Vereinbarung dahingehend, dass Dr. Schultz Django helfen wird, seine Frau zu finden, allerdings nur wenn Django mit ihm im Winter auf Kopfgeldjagd geht. Die Jagd verläuft sehr erfolgreich, die beiden töten gemeinsam zahlreiche gesuchte Verbrecher und verdienen damit viel Geld. Als der Winter vorbei ist, reisen Django und Dr. King Schultz nach Cleveland. Dort erfährt Schultz von einem Register verkaufter Sklaven. In diesem Register steht, dass Broomhilda, Djangos Frau, an den grausamen Calvin Candie verkauft wurde und auf dessen Plantage Candyland in Chickasaw County, in Mississippi arbeitet. Also reisen Django und Schultz nach Candyland um sie zu befreien.

In den Hauptrollen sind Jamie Foxx als Django, Christoph Waltz als Dr. King Schultz, Kerry Washington als Broomhilda und Samuel L. Jackson als Stephen zu sehen. Allen Schauspielern sind die Rollen wie auf den Leib geschnitten. Die Handlungen der Schauspieler sind überzeugend und wirken echt. Der Film ist gut geschnitten. Sowohl zeitlich zur Handlung passend als auch so, dass man den Inhalt versteht und leicht Zusammenhänge knüpfen kann. Es gibt über den gesamten Zeitraum viele unterschiedliche und zum Teil auch actionreiche Kameraperspektiven. Die Kameraführung ist stets passend zum Filmgeschehen. Vereinzelt gibt es auch Kamerafahrten, wie zum Beispiel als Django, Dr. Schultz und Candie in Candyland mit der Kutsche einfahren, fährt die Kamera mit der Kutsche mit.

Im gesamten Film gibt es 31 verschiedene Musikstücke, welche den Film sehr gut untermalen und gewisse Szenen sehr spanend wirken lassen. Die Tongestaltung ist stets synchron zur Bildgestaltung, es gibt also keine Unstimmigkeiten. Auf klassische „Wild-West-Geräusche“ wurde nicht verzichtet, wie zum Beispiel das Zirpen von Grillen. Die Stärke der Bilder und auch die Farbintensität lassen den gesamten Film durchgehend nicht zu wünschen übrig. Die Beleuchtung ist fast perfekt. An manchen kleinen Stellen fehlt die Beleuchtung ganz. Der größte Special Effect im gesamten Film ist das künstliche Blut, an dem nicht gespart wurde. Andere Special Effects sind Explosionen und Teile von Schießereien.

Hoher Unterhaltungswert

„Django Unchained“ ist ein neuer Western mit altem Prinzip. Damit meine ich die übernommenen Klischees von Westernfilmen, wie das Grillenzirpen, die Schießereien und die Kaltblütigkeit. Der Film hat einen hohen Unterhaltungswert. Er unterhält mit wilden Schießereien, packenden Emotionen und Verfolgungsjagden. Allerdings informiert der Film auch, denn die Sklavenmisshandlungen und Missstände gab es wirklich, und anhand des Films erfährt man, wie es damals aussah und was mit den Schwarzen geschah. Inhaltlich ist der Film realistisch. Bis auf kleine Ausnahmen, wie zum Beispiel die Mengen an Blut, die bei einer Schießerei vergossen werden.

Der Film wirkt auf Zuschauer entweder amüsierend auf Grund dessen, dass einiges während der Schießereien passiert, oder auch abstoßend, da es keine Tabus gibt. An manchen Stellen ist der Film jedoch auch amüsant, da manche Szenen einerseits vom Handeln der Charaktere als auch wegen der Übertreibungen zum Lachen anregen. Meiner Meinung nach ist der Film „Django Unchained“ nur empfehlenswert für Tarantino-Fans und Wild-West-Liebhaber. Wenn man sich für den Film entscheidet, sollte man sich bewusst sein, dass alles ohne Tabu bis in Detail gezeigt wird. Außerdem sollte man keine Angst vor dem Anblick vor Blut haben.

Robin Seeling, Humboldt-Gymnasium Radeberg, Klasse 9

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