Veganer für eine Woche – ein Experiment

Vegetarier kennt jeder: Sie verzichten auf Fleisch und oft auch Fisch. Das erscheint vielleicht noch machbar. Jedoch komplett auf tierische Erzeugnisse zu verzichten? Ein Leben ohne Käse, Joghurt oder Schokolade oder auch Kleidung aus tierischen Erzeugnissen – das erscheint vielen unmöglich. Trotzdem habe ich jemanden gefunden, der tatsächlich eine kurze Zeit lang vegan lebte. Lara D. erzählt mir im Interview von ihren Erfahrungen.

Wie kam es dazu, dass du vegan leben wolltest?

Ich hatte mit meinem Vater eine Wette, wer von uns länger vegan leben könnte. Die Wette entstand, weil mein Vater meinte, er wolle sich vegan ernähren. Ich meinte aber, dass er das keinen Monat aushalten würde. Daraufhin sagte er, dass ich das auch nicht schaffen könnte, also haben wir gewettet.

Wie ist es dir in der Zeit ergangen und wie hast du das überhaupt geschafft?

Ich hatte jeden Tag Hunger. Als ich von der Schule kam, habe ich manchmal fünf oder acht Brote mit veganem Brotaufstrich gegessen, vegane Cornflakes mit Sojamilch oder Obst in Mengen. Trotzdem hatte ich danach noch Hunger.

Wie lange hast du es durch gehalten?

Die Wette sollte maximal einen Monat dauern, vorausgesetzt niemand von uns würde aufgeben. Am Ende waren es aber nur fünf Tage, an denen wir uns vegan ernährten. 

Woran ist das Experiment gescheitert?

Mein Vater bekam eine Grippe bekommen, und bei mir gab es Anzeichen von Mangel an Vitamin B12, was man hauptsächlich durch tierische Produkte zu sich nimmt. Aber es war mein Vater, der aufgab.

Würdest du es noch einmal ausprobieren oder kannst du diese Lebensweise empfehlen?
Nein! Ich würde das unter keinen Umständen wiederholen oder irgendjemandem empfehlen. Wenn man die fehlenden Nährstoffe nicht alternativ aufnimmt, kann man sehr schnell krank werden.

Laras Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie schwer es ist vegan zu leben. Trotzdem gelingt es laut Angaben des deutschen Vegetarierbundes 600.000 Menschen in Deutschland. Dabei ist es unmöglich, zu hundert Prozent vegan zu leben, aufgrund der Tatsache, dass heute fast alles im Zusammenhang mit Tieren steht. Insgesamt ist die vegane Lebensweise für Tiere sehr nützlich, denn im Durchschnitt werden im Jahr wegen eines Veganers 37 Tiere nicht getötet, misshandelt oder gefangen gehalten. Dies ergab eine amerikanische Untersuchung. Außerdem sagen einige Ärzte auch, dass es für die Gesundheit besser ist und Veganer zum Beispiel weniger Herz- und Lungenerkrankungen bekommen.

Am Ende spricht vieles dafür, aber auch eine Menge dagegen. Ob es sich lohnt auf vieles zu verzichten, damit die Tiere oder die Gesundheit geschützt werden, muss jeder selbst entscheiden. Es ist auf jeden Fall ein harter Kampf, sich daran zu gewöhnen.

Anna-Marie B.,  Klasse 8/2, Friedrich-Schiller-Gymnasium Pirna

 

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