Frau fürs Lokale

 

Linda Barthel, SZ - Mitarbeiterin am 28.6.2013. Foto Steffen Unger Steffen Unger Tel: 0178 43 50 786 email: steffen_unger@gmx.de Besondere Hinweise : Achtung:  honorarpflichtiges Foto; alle Rechte vorbehalten lt. ¤2 UhrG, bitte Namensnennung nicht vergessen. WICHTIG: Jegliche kommerzielle Nutzung ist Honorar- und Mehrwertsteuerpflichtig! Honorar gemaess MFM. Weitergabe an Dritte nur nach vorheriger Absprache mit dem Urheber! Darstellung im INTERNET ist grundsaetzlich Honorar- und Mehrwertsteuerpflichtig, auch als 1:1 Kopie in INTERNET-Ausgaben von Tageszeitungen und Magazinen. Autoren-Nennung auch fŸr INTERNET-Darstellung gemaess ¤ 13 UrhGes.  C O M M E R Z B A N K  D R E S D E N  BLZ : 850 400 00 Konto :2036697 00 Copyright : Steffen Unger 01877 Bischofswerda, Germany; Finanzamt Bautzen, Steuernummer: 204/283/01294 (alle Bilder umsatzsteuerpflichtig bei 7%)  BITTE UM BELEGEXEMPLAR.

Volontäre stellen sich vor: Linda Barthel (24) ist seit März 2015 SZ-Volontärin. Zuvor hat sie bereits drei Jahre lang für die Lokalredaktion Dresden gearbeitet. Alles begann mit einem Praktikum, das sie während ihres Medienstudiums machte. Dafür kam sie vor sechs Jahren aus dem Erzgebirge nach Dresden.

Klick gemacht hat es eigentlich nie. Zumindest nicht so, dass ich mich daran erinnern könnte. Ich wollte immer schon Journalistin werden. Es muss es also irgendwann in meiner Kindheit Klick gemacht haben.

Vor dem Volo hätte ich nie gedacht, dass man eine Kantine vermissen kann. Man kann. Das habe ich in der Meißner Lokalredaktion ziemlich schnell gemerkt. Mittlerweile würde ich viel dafür geben, wieder jeden Tag in der Kantine im Haus der Presse essen zu können. Dort gibt es zwar keine Sterne-Küche, aber immerhin richtiges Mittagessen. Danach suche ich im Kaufland noch immer vergeblich …

Mein Leben ohne Journalismus hätte so ausgesehen: sicher ruhiger, dafür aber auch langweiliger. Ich hatte nie einen anderen Berufswunsch, deshalb kann ich auch nur schwer sagen, wie mein Leben ohne Journalismus ausgesehen hätte. Vielleicht wäre ich wie meine Mutter Grundschullehrerin geworden – dann hätte ich zumindest Anderen das Schreiben beibringen können.

An diese Geschichte erinnere ich mich oft: an meine erste Geschichte. Es war keine große Sache, eine verwilderte Brache sollte zur Freizeitanlage für Jugendliche umgestaltet werden. Dafür waren noch Ideen gefragt. Heute ist auf der Fläche ein Skatepark, an dem ich jeden Tag vorbeifahre. Oft denke ich dann: Damit hat alles angefangen.

Ich bin Spezialistin für: lokale Geschichten. Ob es dabei um ein millionenschweres Bauprojekt, verärgerte Anwohner oder eine Ladeneröffnung geht, ist egal.

Dass ich bei der SZ richtig bin, habe ich gemerkt, als ich gleich am ersten Praktikumstag einen großen Themenstapel in die Hand gedrückt bekam und sofort loslegen durfte. Nicht Kaffee kochen, sondern schreiben. Ein tolles Gefühl. Das wurde auch an Praktikumstag 2 – ich musste für die Geschichte eines Kollegen im Badeanzug an einem halblegalen See posieren – und Praktikumstag 3 – an meinem Geburtstag saß ich in einer Suchtberatungsstelle – nicht getrübt.

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Vom Praktikum zur freien Mitarbeit

Sarah Grundmann hat sich noch während ihres Praktikums bei der Sächsischen Zeitung als freie Mitarbeiterin ins Spiel gebracht. Und damit war die 24-jährige Germanistikstudentin auch erfolgreich.

Sarah Grundmann kommt aus Lüneburg, studiert an der TU Dresden, schreibt für die SZ – und könnte sich vorstellen, länger hier zu bleiben. Foto: Sven Ellger

 

Warum hast Du Dich für ein Praktikum bei der SZ beworben? Ich musste eins für meinen Bachelor machen. Und weil ich mir vorstellen kann, nach meinem Studium journalistisch zu arbeiten, kam in Dresden für mich nur die SZ in Frage.

Wie hast Du Dich beworben? Ich habe einfach eine Bewerbung an die SZ geschickt und innerhalb von zwei Wochen die Zusage bekommen, in der Stadtredaktion Dresden zu arbeiten.

Wie hast Du diese neun Wochen Praktikum erlebt? Ich dachte, dass ich hauptsächlich kopiere und Kaffee koche. Aber gleich in meiner ersten Woche hatte ich zwei aktuelle Aufträge. Danach ging es regelmäßig weiter. Ich habe immer neue Aufträge bekommen, musste mir Termine machen, recherchieren und die Beiträge schreiben. Mein erster Text war katastrophal, aber das ging dann immer besser. Mein Betreuer in der Redaktion, Peter Hilbert, hat mir da gute Tipps gegeben und mir sehr weitergeholfen, indem er mir erklärt hat, worauf es ankommt.

Woran erinnerst Du Dich besonders gern? An meinen ersten großen Beitrag. Der ist auf der ersten Lokalseite erschienen. Da ging es um die Fahrradfreundlichkeit an der Albertbrücke. Ich durfte sogar den Kommentar schreiben – und das als Praktikantin.

Wie hast Du den Sprung zur freien Mitarbeiterin geschafft? Gegen Ende des Praktikums hat sich Claudia Schade, die Ressortleiterin, bei mir bedankt und mir alles Gute gewünscht. Bei dieser Gelegenheit habe ich gesagt, dass ich gern weiterhin für die SZ arbeiten würde. Einen Tag später hatte ich das Angebot, als freie Mitarbeiterin für die Dresdner Stadtteile zu schreiben. Das habe ich natürlich angenommen und so bin ich Mitte Juni nahtlos vom Praktikum in die freie Mitarbeit gewechselt.

Was hat sich verändert? Ich habe mehr zu tun, muss Meldungen schreiben und dabei helfen, die Seiten zu füllen, für die ich jeweils eingeteilt bin. Dafür nehme ich jetzt auch an mehr Sitzungen in der Redaktion teil, habe mehr Verantwortung und bin besser ins Team integriert. Momentan mache ich noch viel Urlaubsvertretung und wechsle die Stadtteile. Wenn das Semester im Oktober wieder losgeht und ich mit dem Master starte, werde ich vor allem im Süden und im Westen arbeiten. Ich hoffe, dass ich dann auch mehr eigene Themen vorschlagen kann.

Welche könnten das sein? Im August habe ich zum Beispiel im Rahmen einer Ausstellung über Dresdner Lebensgeschichten einen Ur-Loschwitzer porträtiert. Das war sehr interessant, weil er viel über Dresden und seine Kindheit in der NS-Zeit erzählt hat. Ich gebe zu, dass mich solche Themen und Menschen mehr begeistern, als Bauprojekte – auch wenn ich weiß dass die meistens sehr gut gelesen werden.

Wie geht’s für Dich weiter? Jetzt kommen zwei Jahre Masterstudium und ich kann mir vorstellen, auch so lange für die SZ zu arbeiten. Vielleicht ist danach sogar eine Stelle als Volontärin drin, aber das hängt ja nicht nur von mir ab.

Wer sich für ein redaktionelles Praktikum interessiert schaut einfach auf unserer Seite unter Jobs & Praktika oder auf der Seite der DD+V Mediengruppe.

 

 

 

 

 

 

„Fakten allein erzählen keine Geschichten“

Foto: Nikolai Schmidt
                                   Foto: Nikolai Schmidt

Volontäre stellen sich vor: David Berndt (32) ist seit Juli bei der Sächsichen Zeitung. Vorher hat er in der Lokalredaktion Görlitz und für verschiedene Radioprojekte gearbeitet. Für die Ausbildung hat er das „Großstadtleben“ in Leipzig beendet und ist in die Oberlausitz zurückgekehrt.

Klick gemacht hat es, … als ich in der Schule gemerkt habe, wie spannend das Spiel mit der Sprache ist. Dazu kommen meine vielfältigen Interessen von Literatur und  Zeitgeschichte über Fußball bis hin zu regionalen Themen. All das gibt es in Tageszeitungen. Deswegen ist die SZ für mich der ideale Ort, um meiner Neugier freien Lauf zu lassen und dabei immer wieder vom Alltag überrascht zu werden. Auch wenn mein Weg zur Zeitung ein wenig länger war und ich wahrscheinlich als Quereinsteiger gelte.

Vor dem Volo hätte ich nicht gedacht, dass … „Blattmachen“ so viel Spaß machen kann. Zurzeit bin ich in Dresden im Ressort Politik/Wirtschaft und kümmere ich mich regelmäßig um bestimmte Seiten. Das bedeutet, Texte zu redigieren, Bilder zu suchen und mit einer Bildunterschrift zu versehen, Agenturmeldungen auszuwählen und auf die richtige Länge zu bringen und die passenden Überschriften und Untertitel zu schreiben. Da sind wir wieder beim Thema Spiel mit der Sprache.

Mein Leben ohne Journalismus hätte so ausgesehen, … Ich wäre nur Zeitungsleser, aber nicht auch Zeitungsmacher.

An diese Geschichte erinnere ich mich oft… Natürlich habe ich meine persönlichen Lieblingsgeschichten. Aber ich erinnere mich eher an bestimmte Szenen oder an charakteristische Personen. Das kann zum Beispiel eine Sitzung im Stadt- oder Gemeinderat sein. Dort geht es oft sehr emotional zu und die Tagesordnung wird schnell mal zur Nebensache. Das ist manchmal anstrengend, weil zeitraubend, aber dafür spannend und unterhaltsam. Da erfährt man mindestens genauso viel über die Stimmung und Atmosphäre in Stadt oder Dorf XY wie durch die nüchternen Beschlussfassungen. Und dann gibt es Menschen, die einfach eine interessante Geschichte erzählen, die man „nur“ noch aufschreiben muss.

Ich bin Spezialist für…  Menschen, weniger für Fakten. Letztere sind natürlich notwendig, erzählen allein aber keine Geschichte.

Dass ich bei der SZ richtig bin, habe ich gemerkt… als ich immer wieder ins kalte Wasser geworfen wurde. Egal in welcher Redaktion. Zwar unter Anleitung, aber doch immer mit großer Verantwortung, die mich eher beflügelt als gehemmt hat.

Von einem Abenteuer zum nächsten

Volontäre stellen sich vor: Frances Scholz hatte in der Wirtschaft schon einen sicheren Job. Doch ein Praktikum brachte alles ins Wanken.

 

Klick gemacht hat es, …

erst spät, nämlich nach meinem Wirtschaftsstudium, als ich schon zwei Jahre im Bereich Marketing arbeitete. Mein damaliger Chef hatte die Idee, eine Mitarbeiterzeitung für alle Kollegen zu gestalten. Layout, Bilder, News, – all das musste neben der normalen Arbeit noch gemacht werden. Aber es machte mir viel Spaß und so kam ich auf die Idee,  mal zu sehen, ob Schreiben nicht auch hauptberuflich was für mich wäre. Also beschloss ich, mich um ein Praktikum bei der SZ in Bautzen zu bewerben. Das war ein großes Risiko. Schließlich war ich im Prinzip mit allem fertig. Habe im England, Amerika und Deutschland studiert und hatte einen sicheren Job. Ich bin eben nicht den geraden Weg gegangen, sondern habe mich trotz gut bezahltem Job noch mal als Praktikantin bei der SZ beworben. Das hat sich ausgezahlt, denn nach kurzer Zeit wusste ich: Zeitung machen ist genau das, was ich will. Nach drei Monaten Praktikum arbeitete ich als freie Journalistin weiter in der Bautzener Lokalredaktion und bin nun im neuen Jahr nahtlos in das Volontariat übergegangen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Vor dem Volo hätte ich nicht gedacht, … 

dass Lokaljournalismus so spannend und vielfältig sein kann. Jeden Tag erlebt man etwas Neues.

Mein Leben ohne Journalismus hätte so ausgesehen, …

Ich würde wahrscheinlich in Spanien arbeiten. Dort hatte ich auch schon während meines Studiums bei einem Unternehmen im Produktmanagement gearbeitet. Den Arbeitsvertrag hatte ich schon in der Tasche.

An diese Geschichte erinnere ich mich oft…

Es gibt so viele tolle Geschichten, an die ich mich oft erinnere. Vor allem die, bei denen ich selber auch mal etwas für die SZ ausprobieren und testen durfte. Zum Beispiel als ich bei den Bautzener Flugtagen in einer Antonov 2 mitfliegen durfte. Oder als ich auf der Auto-Cross-Strecke Matschenberg bei Cunewalde  auf dem Beifahrersitz eines Rennfahrers saß und sieben Runden durch den Schlamm gedriftet bin. Aber auch Geschichten, die ans Herz gehen, wie die Spende für ein unheilbar krankes kleines Mädchen aus Bautzen, beschäftigen einen. Ich frage mich immer noch, wie es ihr wohl jetzt gerade geht.

Ich bin Spezialist für…

Porträts. Ich interessiere mich einfach dafür, was andere Leute machen. Das war auch schon vor meinem Praktikum bei der SZ so. Ich finde es spannend, was die Menschen antreibt und warum ihnen das Spaß macht, was sie tun. Es gibt so viele interessante Menschen. Ihre Geschichte zu erzählen, finde ich einfach wahnsinnig toll und aufregend.

Dass ich bei der SZ richtig bin, habe ich gemerkt …

Als ich gleich an meinem ersten Praktikumstag bei der SZ den Marketing- und Presseverantwortlichen der Arbeitsagentur Bautzen interviewen musste. Mein Chef hat mich ins kalte Wasser geworfen und das war gut so. Ich bin einfach unvoreingenommen und ohne Erwartungen dahin und habe mein Bestes gegeben. Das war total aufregend und für mich stand schon nach dem ersten Tag fest, dass ich bei der SZ bleiben möchte. Man erlebt bei der SZ eben immer wieder Dinge, die man im „normalen“ Leben wohl nie machen würde. Das macht die Arbeit so spannend und abwechslungsreich.

Besucherrekord bei der Karrieremesse

28.000 Besucher zählten die Organisatoren bei der Karriere Start in Dresden. Viele davon schauten am Messestand der DD+V Mediengruppe vorbei.

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Nach dem Ausstellerrekord hat die Bildungs- und Jobmesse bei ihrer 15. Auflage auch den Besucherrekord geknackt.  „Wir hatten Zehntausende junge, aktive, interessierte Leute hier auf der Messe, wir haben die Zukunft der Region gesehen“, sagt Roland Zwerenz vom Veranstalter Ortec. Einer der 384 Aussteller war die DD+V Mediengruppe. Am Stand in Halle 2 stellten Auszubildende den Berufsalltag vor, Volontäre der Sächsischen Zeitung erzählten, wie man Journalist wird und Ansprechpartner aus der Personalabteilung beantworteten Fragen zu freien Stellen.

Am Freitag haben sich viele Schüler am Messestand informiert, wie man sich bei der Schüler-SZ oder in einem Praktikum ausprobieren kann. Am Wochenende nutzten einige Hochschulabsolventen auch die Gelegenheit, ihre Bewerbungsmappe für das Volontariat abzugeben. Prominenten Besuch gab es auch von Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth, die Oliver Radtke, Vorsitzender der Geschäftsleitung der DD+V, begrüßte.

Viel Betrieb war auch in der Fotoecke. Dort konnten sich die Besucher durch eine „SZ-Titelseite“ fotografieren lassen. Michael Schmidt von Pukmedia hat 805 Bilder ausgedruckt. „Von den interessierten Jugendlichen gab es in diesem Jahr mehr“, sagt Schmidt. „Einige wollten kein Foto, sondern Bewerbungsinfos.“

Im Blickfeld des Angeklagten

Julia Lachmann (22) war als Praktikantin acht Wochen für die Dresdner Stadtredaktion unterwegs. Ihr letzter Tag, erzählt sie, war zugleich der spannendste:

Julia_Lachmann

Kurz vor neun Uhr morgens wartet der Gerichtsreporter Alexander Schneider schon vor dem Dresdner Amtsgericht auf mich. Zusammen gehen wir an den Sicherheitsbeauftragten vorbei, ein paar Schritte zum Schwarzen Brett. Auf verschiedenen Zetteln stehen die wichtigsten Stichwörter und Abkürzungen zu allen möglichen Prozessen: Worum es bei den jeweils anstehenden Gerichtsverhandlungen geht, wie lang der Prozess dauern soll und in welchem Saal sie stattfindet.

Nachdem Alexander Schneider mir alle Abkürzungen entschlüsselt hat, laufen wir zu einer Verhandlung. Da es sich bei diesem Fall schon um den zweiten Teil handelt, hat er mir einen Abend zuvor Artikel aus dem Archiv darüber gegeben. Damals wurde die Sitzung vertagt, weil der zuständige Richter in der Zeit verstarb. Damals wie heute geht es um einen Untreue-Fall in Tirol. Die Angeklagte war als Kassiererin an einer Tankstelle angestellt. Ihre Aufgabe war es, zur Tatzeit das eingenommene Geld zu einem Tresor zu bringen. Dort kam es aber nie an.

Ich bin ein wenig aufgeregt, als wir in der ersten Reihe Platz nehmen, um die Geschehnisse bestmöglich zu verfolgen. Die Angeklagte zeigt während des gesamten Prozesses nicht ein einziges Mal ihr Gesicht. Sie sitzt schräg zum Richter gerichtet und ihre gefärbten, blonden Haare sind mit Absicht so gelegt, dass wir sie nicht erkennen können. Wir schreiben alle wichtigen Informationen mit und gehen nach dem Urteil aus dem Saal.

Kein Kleinkrimineller auf der Anklagebank

Was ich nicht weiß, Alexander Schneider hat schon einen weiteren Prozess, der bereits läuft, im Auge. Wir rennen sofort zum nächsten Gerichtssaal. Dieser ist viel größer, weil es sich um einen schwerwiegenderen Prozess handelt. Als wir uns wieder einmal in die erste Reihe setzen, wird mir klar, dass auf der Anklagebank kein Kleinkrimineller sitzt. Er trägt Handschellen und zwei Polizisten bewachen ihn. Wie sich herausstellt, handelt es sich beim Angeklagten um einen Messerstecher. Dieser wurde nur aufgrund eines Tschechienausfluges überführt. Der Mann wollte nach seiner Tat nicht fliehen, sondern sich dort harte Drogen beschaffen. Auf den Weg dahin kam er bei einer Autobahn auf die falsche Fahrbahn. Er war also plötzlich als Geisterfahrer unterwegs.

Die zuständigen Polizeibeamten wurden auf ihn aufmerksam und verfolgten ihn. Als sie es schafften, diesen Mann zu fangen, wussten sie noch nichts von seiner schrecklichen Tat. Er hatte zuvor einen Mann bei sich zu Hause niedergestochen, weil dieser wohl eine Affäre mit seiner Frau hatte. Er setzte die Polizisten darüber nicht in Kenntnis und blieb stattdessen ganz normal. Seine blutverschmierten Klamotten erklärte er mit einer angeblich harmlosen Schlägerei. Als die Beamten aber auch einige Messer auf dem Beifahrersitz seines Autos sahen, verhafteten sie ihn.

Interviews mit Zeugen und Anwälten

Während ich das alles im Gerichtssaal mitbekomme und mir den Täter angucke, schaut er zugleich mich an – mir ist ein wenig komisch zumute. Aber plötzlich fällt das Wort „Pause“ und schon ist Alexander Schneider schon rausgerannt. Ich rannte also schnellstens hinter ihm her. Denn man führt während der Pausen Interviews mit Zeugen und Anwälten, um als Journalist jegliche Information zu bekommen, um einen fehlerfreien und informativen Artikel schreiben zu können.

Nachdem wir also während der Pause mit allen wichtigen Leuten gesprochen haben, fahren wir zur Redaktion. Dort darf ich dann den gesamten Artikel über den Untreu-Fall in Tirol schreiben. Dies ist nicht nur mein letzter Praktikumstag, nein, zugleich auch der aufregendste.